Zwei neue maritime Studien der DSM-Reihe

Tief verankerte Bilder

Die beiden neuen Bände der DSM-Buchreihe. ·
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Die beiden neuen Bände der DSM-Buchreihe. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj · Einen maritimen Doppelschlag legt der Bremer Hauschild-Verlag jetzt vor – die Bände 17 und 18 der Reihe „Deutsche Maritime Studien“. Das ist die Schriftenreihe des Deutschen Schiffahrtsmuseums (DSM).

In Band 17 geht es um die Metaphern der Meere und darum, wie weit sie eingeflossen und wie tief sie verankert sind in Alltag und Kultur. Das von der Kunsthistorikerin Dr. Nicole Hegener und DSM-Direktor Professor Lars Uwe Scholl herausgegebene Buch mit dem Titel „Vom Anker zum Krähennest – Nautische Bildwelten von der Renaissance bis zum Zeitalter der Fotografie“ (214 Seiten, 165 Abbildungen, Preis: 36 Euro) ist eine so umfassende wie grundlegende Arbeit.

Das Schiff in der Kartographie ist ebenso Thema wie das Schiff als Herrschaftsmetapher – in diesem Zusammenhang darf natürlich ein Aufsatz über die berühmte Karikatur „Der Lotse geht von Bord“ nicht fehlen, die zu Bismarcks Sturz erschienen war und hier als „Schiffsurbild der deutschen Politik“ interpretiert wird. Diese Zeichnung sei „die Erfindung des deutschen Staatsschiffs“, so der Autor, der Bremer Professor Stephan Leibfried. Er zeigt, dass die Lotsen-Metapher bis heute wirkt und vielfach zitiert wird.

Weitere Abschnitte des Buchs widmen sich dem „Schiff in der Buchmalerei und Schatzkunst“ und dem „Schiff in Malerei und Fotografie“. Die spannende und instruktive Reise durch die nautischen Bildwelten beginnt – natürlich – mit dem Blick auf eine Seemacht, die „die Herrschaft über das Meer“ so eindrucksvoll zu inszenieren vermochte wie keine andere, wie Hegener schreibt: Venedig.

Soziale Sicherung

für Seeleute

Band 18 der DSM-Reihe stammt von der Sozial- und Wirtschaftshistorikerin Melanie Sulzer: „Soziale Sicherungssysteme in der Seeschifffahrt – Von der berufsständischen Armenfürsorge zur See-Sozialversicherung“ (220 Seiten, Preis: 28 Euro).

Die Autorin beschreibt die Entwicklung sozialer Einrichtungen und Versicherungssysteme für Seeleute in der Zeit von 1535 bis 1928. Zunächst liegt der Fokus auf den Hansestädten Bremen und Hamburg, später erweitert er sich – etwa durch den Blick auf Bismarcks Sozialgesetze. In der detail- und beziehungsreichen Betrachtung der historischen Entwicklung fehlt natürlich das Bremer Haus Seefahrt nicht.

Deutlich werden zudem wieder und wieder unterschiedliche Interessenlagen, die zu Konflikten etwa zwischen Politik und (seemännischen) Berufsverbänden geführt haben.

http://www.hauschild-verlag.de

http://www.dsm.museum

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