Gespräch mit Regisseur Dominik Paetzholdt

Mit Humor und Tiefe: Theaterschiff zeigt „Mann über Bord 2“

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Regisseur Dominik Paetzholdt sitzt im Bühnenbild von „Mann über Bord 2“. Am Donnerstag, 1. März, hat die musikalische Komödie Premiere – mit Frauen-Power, Hits und schwarzem Humor.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Mann über Bord!“ Ein Ausruf, der eigentlich die Seenotretter auf den Plan ruft. Nicht so auf dem Theaterschiff. Hier war die musikalische Revue „Mann über Bord“ mit drei Wiederaufnahmen ein großer Publikumserfolg. So groß, dass nun „Mann über Bord 2“ in Sicht ist. Premiere: Donnerstag, 1. März, 20 Uhr.

Kurze maritime Rückblende. Ein Jahr ist es her, dass sich drei höchst unterschiedliche Strohwitwen (Martina Flügge, Sema Mutlu, Astrid Schulz) voller Vorfreude auf eine romantische Flusskreuzfahrt mit dem Liebsten an Bord begegnet sind. Um festzustellen, dass sie alle hintergangen wurden – von demselben Mann. Klar, dass der über Bord ging. Nun trifft sich das Damen-Trio wieder. Drei lustige „Witwen“, die sich austauschen wollen, diskret und gut gelaunt. Bis plötzlich ein sehr attraktiver Mann (Andreas Euler) an Bord kommt – und alle Frauen verrückt macht. Wer (oder was) geht dieses Mal über Bord? Das ist hier die Frage.

Die musikalische Revue von Antonia Rothe-Liermann und Holger Böhme – eine Klamotte? Nein, so sieht Regisseur Dominik Paetzholdt es nicht. Ja, natürlich dürfe es zur Sache gehen – aber: „Ich lege auch Wert darauf, dass es um Figuren geht, die eine gewisse Tiefe haben.“ Eine „sehr unterhaltende“ Komödie sei es, die „viel Spaß macht“. Und das eben mit „Figuren, mit denen man mitfühlen kann, die nicht nur äußerliche Behauptungen sind“, sagt Paetzholdt weiter. Und so werde die Grenze zur Klamotte nicht überschritten.

Das zeigt sich auch in der Song-Auswahl. Natürlich sind es Hits, sind es bekannte Stücke – aber nicht die total offensichtlichen Nummern. Man habe sehr darauf geachtet, dass die Songs „ein Extra“ zum Stück beitragen, sagt Paetzholdt. Die Lieder sollen die Situationen auf der Bühne „ergänzen“ und „keine Fremdkörper“ sein.

Ausflug in die 70er und 80er

Es geht in die 70er und 80er. Stücke wie „Sweet Dreams (Are Made of This)“ (1983) von den „Eurythmics“ sind ebenso dabei wie „Who Are You“ (1978) von „The Who“ und „Bohemian Rhapsody“ (1975) von „Queen“. Letzteres ist schwer zu singen – eine ziemliche Herausforderung, die man auf dem Theaterschiff gern annimmt.

Wie es – für den Regisseur – auch so einige Herausforderungen gibt. Tanz (Choreographie: Regina Weber), Gesang und Spiel zusammenzubringen, das zum Beispiel sei schon eine, sagt Dominik Paetzholdt. Eine weitere Herausforderung: „Es handelt sich um eine Fortsetzung. Und der erste Teil war ein großer Erfolg.“ So etwas weckt Erwartungen – nicht zuletzt beim Publikum.

Zudem stehe geballte „Frauen-Power auf der Bühne“ – alle drei Darstellerinnen sind durchweg gemeinsam präsent. „Da muss man einen guten gemeinsamen Atem entwickeln.“ Und der Mann, der attraktive Herr, der alle und alles so durcheinanderbringt? „Der kommt später und ist dann irgendwann weg.“ Wie es der Titel ja auch schon andeutet.

Story hat kriminalistische Züge

Ist diese musikalische Komödie denn auch ein Kriminalstück? Nun, nicht in dem Sinne, dass hier ein Fall aufgeklärt werden muss. Aber die Handlung hat durchaus unverkennbar kriminalistische Züge – und zwar im Stil einer schwarzen Komödie, so Regisseur Paetzholdt: „Es wird jemand den Abend nicht überleben.“

Karten gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung. Preis: um 30 Euro.

Die Premiere ist ausverkauft. Die nächsten Vorstellungen: Freitag, 2. März, 20 Uhr; Sonnabend, 3. März, 20 Uhr; Freitag, 9. März, 20 Uhr.

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