Von Thomas Kuzaj

Ein „Thank you“ für die Seenotretter

Bremen - · Es gibt Geschichten, die lassen sich nur zu Weihnachten erzählen, weil sie in dieser Zeit und ihrer Stimmung ganz besonders wirken. So eine Geschichte kommt jetzt von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, kurz DGzRS, die ja ihre Zentrale in Bremen hat und die ihre Arbeit allein durch Spenden und Zuwendungen finanziert. Die Geschichte führt 65 Jahre zurück in den Zweiten Weltkrieg, ins Kriegsjahr 1945.

Im März jenes Jahres war Erwin Ernest Barnes, damals 19, Bordschütze der britischen Royal Air Force. Nach einem Angriff auf Hamburg-Harburg wurde seine viermotorige Lancaster am 7. März über der Elbe-Weser-Mündung abgeschossen. Die Besatzung eines Motorrettungsboots der DGzRS rettete Barnes sowie einen weiteren Engländer und vier Rhodesier am nächsten Morgen.

Die Männer kamen von Bremerhaven aus als Kriegsgefangene nach Süddeutschland.

Die Boote der Bremer Seenotretter waren im Zweiten Weltkrieg im Schutz der Genfer Konvention für „Freund wie Feind“ im Einsatz. Neben dem Zeichen des Roten Kreuzes führten sie weiterhin ihre traditionelle Flagge mit dem Hanseatenkreuz am Heck. Ein Zeichen, das Barnes, inzwischen Urgroßvater, nie vergessen hat. Auch nach den vielen Jahrzehnten nicht.

Und so reiste er schließlich von Southampton nach Bremerhaven, um dort die – verblüfften – Seenotretter zu besuchen: „Für mich war es damals der Feind, der mich gerettet hat. Ich kann erst heute wirklich würdigen, was die Männer für mich getan haben und möchte mich stellvertretend bei Ihnen und Ihrer Besatzung dafür bedanken.“

„Welches Schiff die Crew der Lancaster am 8. März 1945 tatsächlich gerettet hat, ist nicht leicht nachzuvollziehen, Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt es nicht“, heißt es bei der DGzRS. Und: „Wahrscheinlich ist jedoch, dass es sich um das Motorrettungsboot ‚Geheimrat Heinrich Gerlach‘ gehandelt hat. Crew und Besatzung verbrachten die Kriegsmonate überwiegend auf Seeposition. Vormann der Station Dorumertief, wo das Boot stationiert war, war 21 Jahre lang Ernst Hinrich Huck. Er starb am 3. März 1981.“

Jetzt bekamen die Seenot retter einen Weihnachtsgruß aus Southampton. Sorgfältig in Papier eingewickelt, waren mehrere Scheine beigelegt. Auf einem kleinen Zettel standen nur zwei Worte: „Thank you.“

WWW.

seenotretter.de

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