RKK testet Programm zur Hygiene-Schulung

Kampf den Klinikkeimen

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Immer schön vorsichtig: Michael Bojarra zeigt den richtigen Umgang mit einer Spritze.

Bremen - Von Steffen Koller. „Wer gut sein will, braucht exzellente Hygiene“: Das Rot-Kreuz-Krankenhaus Bremen (RKK) hat Krankenhauskeimen den Kampf angesagt. In Zusammenarbeit mit der AOK Bremen/Bremerhaven und der Bremer Firma „Panolife“ haben die Verantwortlichen ein neues Schulungsprogramm entwickelt, um Ärzte, Pflegepersonal und Mitarbeiter besser auf das Thema Hygiene vorzubereiten. „Wir wollen weg vom Frontalunterricht. Mit dem Programm soll Wissen ganz weit durchdringen“, hofft RKK-Geschäftsführer Walter Klingelhöfer. Ab 1. August sollen 600 Mitarbeiter mit Hilfe des deutschlandweit einmaligen Modellprojekts geschult werden.

Und so funktioniert das Programm: Ein Mitarbeiter wird am Computer durch eine dreidimensionale Panoramaansicht des Krankenhauses geführt und erhält – je nach Arbeitbereich – ganz gezielte Hinweise und Informationen zum Thema Hygiene. Begleitet wird der virtuelle Rundgang durch Krankenhaushygieniker Michael Bojarra, der beispielsweise das Thema richtige Desinfektion der Hände am PC erklärt. Das Programm umfasst alle relevanten Bereiche des Krankenhauses – von Umkleide, Notaufnahme, Patientenzimmer bis hin zum OP-Saal. Klickt zum Beispiel ein Mitarbeiter auf einen Informationsbutton, der virtuell über einem Patientenbett „schwebt“, erhält er mittels Video oder Link ins hauseigene Intranet genaue Informationen, wie und wann er sich im Umgang mit Patienten die Hände zu desinfizieren hat.

Damit der Erfolg des Programms auch messbar ist, machen nach Angaben von Michael Bojarra alle Mitarbeiter zunächst eine Pflichtschulung am PC. Der Lernerfolg wird anschließend mit Hilfe der Testergebnisse ausgewertet. Jährlich muss jeder Mitarbeiter eine verpflichtende Wiederholungsprüfung ablegen. 80 Fragen stehen bislang zur Verfügung und variieren je nach Arbeitsbereich.

„Trotz der großen Relevanz ist bislang bundesweit nicht viel passiert beim Thema Hygiene“, sagte Olaf Woggan von der AOK. Auch in Bremen war das Thema Krankenhauskeime 2011 in den Fokus gerückt. Damals starben am Klinikum-Mitte drei Frühchen, die sich im Krankenhaus mit Darmkeimen infiziert hatten, mehrere Kinder erkrankten. Auch 2012 wurden abermals multiresistente Keime auf der Station entdeckt, die Abteilung wurde später endgültig geschlossen.

Sollte sich das Programm bewähren, soll es von weiteren Kliniken in Bremen und Bremerhaven übernommen werden. Bis dahin könne eine „gewisse Phase von einigen Monaten“ vergehen, so Walter Klingelhöfer, der hinzufügte, dass die bisherige Resonanz der Mitarbeiter „sehr gut“ gewesen sei. Besonders habe die Mitarbeiter gefreut, dass „ein anderer Weg“ zur Schulung gegangen werde. Außerdem sei die Lernmotivation bei vielen gestiegen. Mit dem RKK habe man sich „einen innovativen Partner“ ausgesucht, machte Woggan von der AOK deutlich. Trotz der Vorschusslorbeeren sieht sich das RKK in einer „großen Verantwortungssituation“, sagte Klingelhöfer mit Blick auf die Testphase.

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