Wie gehen Bremer Betriebe mit der Testpflicht um?

Corona: Testen, testen, testen

Corona-Tests sind in Bremen für Mitarbeiter in Betrieben seit Montag Pflicht. Selbsttests sind da das Mittel der Wahl.
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Corona-Tests sind in Bremen für Mitarbeiter in Betrieben seit Montag Pflicht. Selbsttests sind da das Mittel der Wahl.

In Bremen sind nicht nur die Betriebe verpflichtet, Corona-Tests zur Verfügung zu stellen - Beschäftigte müssen das Angebot auch annehmen und sich testen, wenn sie nicht im Homeoffice arbeiten.

Bremen – Seit Montag gilt in Bremen die Corona-Testpflicht am Präsenz-Arbeitsplatz. Zwei Tests pro Woche sind vorgeschrieben. Für die Bremer Feuerwehr ist die Pflicht nicht neu – sie gilt hier bereits seit Mitte April, sagt Christian Patzelt von der Pressestelle.

Die Kräfte im Einsatzdienst sind angewiesen, vor jeder Schicht einen Selbsttest durchzuführen, weil diese Kohorten bilden, sagt Patzelt. „Im Falle eines positiven Tests erfolgt eine Absprache mit der Personalabteilung und zeitnah ein PCR-Test.“ Das gilt auch für Mitarbeiter in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle, weil dort in einem geschlossenen Raum gearbeitet wird und die Mitarbeiter ihre Telefonate nicht mit Mundschutz durchführen können, so Patzelt. Tagsüber machen die Beschäftigten zwei Tests pro Woche, montags und donnerstags. Schon vorher habe es unter anderem eine strenge Kohortenregelung für die Einsatzkräfte gegeben.

Polizei Bremen: Anrecht auf zwei Selbsttests pro Woche

Bei Polizei Bremen haben die Mitarbeiter längst ein Anrecht auf zwei Selbsttests pro Woche. Auch Tests in Testzentren durch geschultes Personal sind möglich. Sollten Tests bei mehreren Kollegen positiv ausfallen, gebe es in den einzelnen Einheiten „Reserven“. Soll heißen: Andere müssen einspringen. Wobei die Corona-Kontrollen die Polizei längst an ihre Grenzen gebracht haben, zu der ohnehin langen Liste von Überstunden kommen weitere hinzu, wie die Gewerkschaft unlängst beklagte. Doch das nur als Randbemerkung. Mit der Testpflicht ändert sich für die Polizei am Prozedere nichts, es bleibt bei zwei Tests pro Woche, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Die meisten entscheiden sich für den Selbsttest zu Hause, hieß es.

Im Öffentlichen Dienst wurden Arbeitnehmern, die in Präsenz arbeiten, bislang bereits Selbsttests angeboten und auch die Möglichkeit, wöchentlich eines der Testzentren zu besuchen. „Neu ist die Annahmepflicht des Angebots“, so Bleiker. Sprich: Es gibt einen Testzwang für Beschäftigte. Zwei Tests pro Woche sind Pflicht. Zudem, so Bleiker, wird empfohlen, einmal pro Woche ein Testzentrum aufzusuchen.

SWB Bremen kooperiert beim Testen mit dem ASB

Seit April können sich Mitarbeiter der SWB, die in Präsenz arbeiten müssen, einmal pro Woche testen lassen. Hierfür ging die SWB eine Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ein. Schon vorher gab es eine Zusammenarbeit, etwa im Bereich der Ersten Hilfe, so Pressesprecherin Angela Dittmer. Die Tests erfolgen an sechs SWB-Standorten, fünf in Bremen und einem in Bremerhaven, durch medizinisch geschultes Personal des ASB. Der zweite Test pro Woche soll nun entweder in den Testzentren erfolgen oder er wird als Selbsttest zur Verfügung gestellt.

Corona: Es hapert bei der Zusammenarbeit mit Behörden

Bei Peper & Söhne mit 27 Mitarbeitern ist etwa die Hälfte der Belegschaft im Homeoffice. Vor Ort arbeitet nur eine Person pro Raum. „Wir testen seit November freiwillig. Das ist kein Problem“, sagt Geschäftsführer Christoph Peper. Schon vor Wochen habe man die Belegschaft dazu aufgerufen, dass sich jeder zweimal pro Woche testet, und es hätten praktisch alle mitgemacht. Darum ergebe sich aus der veränderten Lage eigentlich nichts Neues. „Bei mir hat sich noch keiner gemeldet, der es ablehnt“, sagt Peper. In der Corona-Lage sei das Unternehmen eher noch produktiver geworden. Dagegen stelle man Einschränkungen bei der Zusammenarbeit mit Behörden fest.

Beim Bremer Energieversorger SWB AG können sich die Mitarbeiter (hier Laura Busch, r.) bereits seit April einmal pro Woche von Fachpersonal des Arbeiter-Samariter-Bundes – wie Karla Hettche – an SWB-Standorten testen lassen.

Knapp 250 Menschen arbeiten beim Inkasso-Unternehmen Seghorn in Hastedt. Auch hier wird viel auf Homeoffice gesetzt. 25 bis 30 Prozent der Mitarbeiter, also 50 bis 60 Personen müssen allerdings vor Ort arbeiten. Das Unternehmen hat mehr als 1 000 Tests bereitliegen. Seit April werden Mitarbeitern zwei Tests pro Woche angeboten. Auf freiwilliger Basis hätten fast alle mitgemacht, so Vorstand Kevin Yam. Professionelle Hilfe gab es auch schon. „Als ein Verdachtsfall vorlag, haben wir eine Medizinisch-Technische-Assistentin geholt“, sagt Yam. 20 Mitarbeiter seien geprüft worden, alle mit negativem Ergebnis.

Und nun mit der Pflicht? Die Umsetzung der neuen Rechtslage wurde vorbereitet, die Kommunikation mit dem Betriebsrat abgestimmt. „Wir empfehlen die Tests Sonntag- und Mittwochabend zu machen“, sagt Yam. „Wir haben uns die Meinung der Mitarbeiter eingeholt und bieten neben Spucktests auch Nasentests an.“ Das klappe reibungslos. Seghorn will sich um betriebliche Impfungen bemühen.

Wie schaut es eigentlich mit der Kontrolle der neuen Rechtslage aus? Die sei nicht vorgesehen, so das Innenressort. Es liege in der Verantwortung der Unternehmen und der Arbeitnehmer, die Testpflicht wahrzunehmen.

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