Terminplanung ist dem Chef der europäischen Sixdays-Veranstalter Dorn im Auge

Rengel gibt dem UCI die Note sechs

BDR-Chef Rudolf Scharping hat seine Bedenken, dass eine Reform des UCI-Kalenders kurzfristig möglich sein wird.

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Peter Rengel ist ungeduldig, ein Macher. Probleme in der ÖVB-Arena? Der Hallenchef geht sie sofort an, hasst Nachlässigkeiten. Doch seit dem vergangenen Jahr muss der 45-Jährige auch einmal geduldig sein.

Peter Rengel würde den UCI-Terminkalender lieber heute als morgen reformieren.

Als neuer Vorsitzender der europäischen Sixdays-Veranstalter will er die Sechstagerennen aufwerten, findet dabei aber beim Weltverband UCI nur bedingt Gehör. Knackpunkt: der Bahn-Terminkalender mit teilweise zeitgleichen Weltcup- und Sixdays-Veranstaltungen. So ist das auch in diesem Jahr: Während in Bremen 24 Profis um den Sieg streiten, findet in Hongkong ein Weltcup statt, wo es auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro geht. In Fernost ist zum Beispiel auch der zweifache Bremen-Sieger Leif Lampater (33) im Einsatz, um sich einen Platz im deutschen Vierer zu sichern (wir berichteten). Der Rosenheimer hätte nichts dagegen, wenn die Termine entzerrt würden: „Das wäre wünschenswert und müsste doch zu schaffen sein, weil es doch nur drei Weltcups pro Saison gibt.“

„Zu viele Leute wollen mitreden“

Mit dieser Einschätzung rennt Lampater bei Peter Rengel offene Türen ein. Seit seiner Wahl zum Chef aller Sixdays-Veranstalter arbeitet er sich am Weltverband ab, um den Terminkalender zu reformieren: „Da gibt es keinen schnellen Erfolg, weil zu viele Leute mitreden wollen.“ Zähe Sportpolitik und Rengel: Das ist bestimmt keine Liebesbeziehung. Und dann redet der 45-Jährige durchaus schon einmal Klartext: „In Sachen Termingestaltung gebe ich dem UCI ganz klar die Note sechs. Auch dem Weltverband muss doch daran gelegen sein, dass es den Sechstage-Veranstaltern einigermaßen gut geht. Dass jetzt zeitgleich in Hongkong gefahren wird, ist ein Unding. Da können die Fahrer nicht mal eben zu uns rüberkommen, um bei uns zu starten. Mit An- und Abreise sind die mehr als eine Woche weg.“

Um dem Anliegen, zumindest der deutschen Veranstalter Bremen und Berlin, Gehör zu verschaffen, will Rengel auch den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mit ins Boot nehmen, um etwas mehr Druck auf den Weltverband auszuüben. Zu diesem Zweck machten sich Rengel und Erik Weispfennig, der sportliche Leiter in Bremen, im November auf den Weg zur BDR-Zentrale nach Frankfurt, um mit Chef Rudolf Scharping in persönlichen Kontakt zu treten. „Als Sixdays-Veranstalter haben wir beim UCI doch keine Chance. Da muss schon ein nationaler Verband dahinterstehen, damit da etwas verändert wird“, sagt Rengel.

Doch Scharping (68), der ehemalige Vorsitzende der SPD und Bundesverteidigungsminister, weiß als früherer Berufspolitiker, dass auch in der Sportpolitik die Mühlen eher langsam als schnell mahlen: „Ich kann das Ansinnen der Sechstage-Veranstalter durchaus verstehen und bin persönlich auch dafür, dass die Wertigkeit dieser Rennen wieder erhöht wird. Als BDR haben wir auch einen Mann in der europäischen Bahn-Kommission und ich weiß daher, dass Gespräche laufen, um die Termine zu entzerren.“

Auf ein festes Datum, wann das denn der Fall sein könnte, wollte sich Scharping, seit mehr als einem Jahrzehnt BDR-Boss, aber nicht festnageln lassen: „Das kann dauern. Kurzfristig ist da wohl nichts zu machen.“ Mit dieser Aussage muss Rengel nun leben – aber das fällt dem Mann der schnellen Entschlüsse unglaublich schwer.

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