Verkehrs- und Baudeputation

Tempo 30: Bremen wäre gerne Pilotprojekt

Die Sitzbänke in der Martinistraße sollen „mindestens bis zum Ende des Verkehrsversuchs“ am 18. April noch bleiben, wo sie sind. Ihre Planken bestehen aus Lärchenholz – „geschliffen und zweimal geölt“, so die Antwort auf eine CDU-Anfrage in der Verkehrsdeputation.
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Die Sitzbänke in der Martinistraße sollen „mindestens bis zum Ende des Verkehrsversuchs“ am 18. April noch bleiben, wo sie sind. Ihre Planken bestehen aus Lärchenholz – „geschliffen und zweimal geölt“, so die Antwort auf eine CDU-Anfrage in der Verkehrsdeputation.

Bremen – Mehr Tempo 30, die Verlässlichkeit der Regio-S-Bahn, das – unter anderem – waren am Donnerstag die Themen in der virtuellen Sitzung der Verkehrs- und Baudeputation. Zudem wurde gleichsam Geschichte geschrieben.

Denn die Verordnung zur Großwohnanlage Osterholz-Tenever, beschlossen am 3. Juli 1973 (!), soll jetzt formell aufgehoben werden. Die Deputation segnete den entsprechenden Gesetzentwurf einstimmig ab. Tenever – geplant als Riesenanlage mit 4.600 Wohnungen, von denen am Ende „nur“ 2.653 gebaut wurden – ist nun kein städtebaulicher Entwicklungsbereich mehr. 2004 wurde Tenever, als Fehlplanung kritisiert, grundlegend saniert, Bremen riss heruntergekommene Hochhausblöcke ab.

Eingebunden wurde dies in eine Neustrukturierung des einstigen Problemquartiers. Vor dem Abriss 40 Prozent Leerstände, heute Vollvermietung, so fasste der Osterholzer Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter in der Deputationssitzung die Entwicklung zusammen. „Die Kriminalitätszahlen haben sich auf ein städtisches Mittelmaß verringert“, heißt es im Entwurf. „Die Angstorte und die schwelende Aggressivität gehören der Vergangenheit an.“

Geölte Sitzbänke in der Martinistraße

Ortswechsel. In der Innenstadt-Schneise Martinistraße, wo noch immer viele Radfahrer den Radweg benutzen, obwohl der jetzt ein Fußweg ist, stehen im Rahmen des umstrittenen Verkehrsversuchs Sitzmöbel herum. Nicht viele Menschen nehmen die dadurch ausgedrückte Einladung zum Verweilen an, was mit dem Wetter zu tun haben könnte, aber auch mit dem Standort. Wie auch immer – der CDU-Deputierte Michael Jonitz hat sich nach Material und zukünftiger Nutzung der City-Sitzmöbel erkundigt. Das Material interessiert ihn. Und die Frage, ob das womöglich Tropenholz im Spiel sein könnte. Nicht doch! „Die verwendete Beplankung ist Lärchenholz, geschliffen und zweimal geölt“, so die gleichermaßen erschöpfende und beruhigende Auskunft der Verwaltung. Doch damit nicht genug: „Die Hölzer wurden vorwiegend im Schwarzwald gefällt, dort direkt verarbeitet und zur mit dem Bau beauftragten Firma geliefert. Somit sind die Wege kurz gehalten. Alle Hölzer sind nachhaltig geschlagen.“

Die Parklets – so nennen Behördenmenschen Stadtmöbel, die auf frühere Parkflächen gestellt werden – wurden „eigens für das Projekt ,Transformartini‘ gefertigt“. Sie sollen „mindestens bis zum Ende des Verkehrsversuchs“ am 18. April in der Martinistraße stehen und anschließend auch weiter öffentlich genutzt werden.

Ausfälle zwischen Bremen-Farge und Verden

Wie läuft‘s auf der Regio-S-Bahn-Linie RS1 zwischen Farge, Bremen-Hauptbahnhof und Verden? Danach hatte sich Heiko Strohmann (CDU) erkundigt. Es lief zuletzt nicht durchweg so gut in Sachen Pünktlichkeit, was in der Behördenantwort unter anderem auf die Arbeiten zum Ersatz der Eisenbahnbrücke über die Sebaldsbrücker Heerstraße zurückgeführt wird.

Hinzu komme ein deutlicher Rückgang „gerade bei den Spitzenauslastungen gegenüber der Zeit vor der Pandemie“, sprich: es sind deutlich weniger Fahrgäste – Pendler – im Zug. So ist es immerhin möglich, dass auf der RS1 die Corona-Abstandsregeln „im Normalbetrieb problemlos eingehalten werden“, wie es weiter heißt. Aber eben: „Ausnahmen können sich dann ergeben, wenn vorausgehende Züge ausfallen oder die Zugbildung abweicht.“ Ab Dezember seien neue Fahrpläne und Linien im Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen (RSBN) vorgesehen – auch mit „teilweise höheren Kapazitäten“. Die Rede ist von 16 zusätzlichen Triebwagen im Netz der RSBN.

Bremen „extrem offen“ für Tempo 30

Vom Zug- zum Autoverkehr: Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) will es den Städten erleichtern, auf ihren Straßen Tempo 30 vorzuschreiben. Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) freut sich darüber sehr – schließlich sei Bremen „extrem offen“ für Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit. Und würde in der Sache „gerne Pilotprojekt werden“, so die Senatorin in der Deputationssitzung. Tempo 30 trage zur Verkehrssicherheit bei und sei zudem aus Lärmschutzgründen sinnvoll. Zugleich werde es weiter auch einige Tempo-50-Straßen geben, um „Verkehr aus Quartieren abfließen zu lassen“. Zur Amtsübernahme übrigens hat Schaefer dem neuen Verkehrsminister ein Tempo-30-Schild geschenkt, verriet sie in der Sitzung.

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