Technik, Turbinen, Trinkwasser

Bilanz der SWB AG: Gewinn geringer als erwartet

+
Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Mittelsbüren steht direkt neben dem Areal der Stahlwerke. Das Gemeinschaftsprojekt hat eine elektrische Leistung von 445 Megawatt.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Stabiles operatives Ergebnis.“ So fasst der Vorstand des Versorgers SWB (früher: Stadtwerke Bremen) das Geschäftsjahr 2017 zusammen. Das Unternehmen hat den Umsatz auf 1,52 Milliarden Euro gesteigert (Vorjahr: 1,33 Milliarden Euro). Der Konzernjahresüberschuss sank 2017 auf 37 Millionen Euro. 2016 waren es noch 92,6 Millionen Euro gewesen.

Wegen „einer außerplanmäßigen Belastung im Zusammenhang mit einem Kraftwerksblock und einem leichten Rückgang der Beteiligungsergebnisse“ falle das Konzernjahresergebnis 2017 vor Zinsen und Steuern (kurz: EBIT) mit 80,4 Millionen Euro geringer als 2016 aus, als es bei 195,8 Millionen Euro lag – allerdings geprägt durch „Sondereffekte aus der Reformierung der betrieblichen Altersvorsorge“, so Vorstand Timo Poppe am Montag.

Der Gewinn der Einzelgesellschaft SWB AG ist von 41 Millionen Euro (2016) auf 11,1 Millionen Euro (2017) gesunken. Das war weniger als erwartet und soll wieder gesteigert werden. Eine Zielzahl wollte SWB-Vorstandschef Dr. Torsten Köhne aber nicht nennen.

Köhne kündigte an, weiter „in Technik“ zu investieren. Als Beispiel nannte er ein zehn Millionen Euro teures Hybridregelkraftwerk – das ist eine 15-Megawatt-Batterieanlage, die noch in diesem Jahr in Betrieb gehen soll (zur weiteren Sicherung der Netzstabilität). Für das innovative Projekt rechnen die SWB-Strategen mit EU-Förderung.

Investitionen in Infrastruktur – dazu zählen auch Projekte wie der geplante Bau einer Verbindungsleitung (Investition: etwa 30 Millionen Euro bis 2022) vom Müllheizkraftwerk in Findorff zum Heizwerk Vahr. „Mit der Verbindung von zwei Fernwärmegebieten kann SWB die CO2-Emissionen der Fernwärmeversorgung erheblich reduzieren“, hieß es – denn: „Wärme aus Abfall ist zu 100 Prozent CO2-neutral.“

Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Mittelsbüren steht direkt neben dem Areal der Stahlwerke. Das Gemeinschaftsprojekt hat eine elektrische Leistung von 445 Megawatt.

Die Veränderung der Energiewirtschaft – ein Wandel, der überhaupt kontinuierlich für große Investitionen sorgt. In den Ausbau der regenerativen Energien, die Verbesserung bestehender Anlagen, die Außerbetriebnahme ineffizienter Anlagen und in den Bau klimaschonender Alternativen (zum Beispiel: Gas- und Dampfturbinenkraftwerk) hat das Unternehmen seit 2008 etwa 500 Millionen Euro investiert, so Köhne. Weitere 500 Millionen sind seit 2008 in die Erneuerung der Leitungssysteme für die Versorgung mit Erdgas, Strom, Trinkwasser und Wärme geflossen. Ein „wirtschaftlicher und personeller Kraftakt“, wie es hieß.

Grundsätzlich stehen im Bereich der Infrastruktur – neben dem Aufwand für die turnusgemäßen Arbeiten an den Energie- und Trinkwassernetzen – weiterhin „umfangreiche Investitionen“ an, so die Perspektive: 63 Millionen Euro seien es 2016 gewesen, 61 Millionen Euro im vergangenen Jahr. In diesem Jahr plant der Versorger mit Ausgaben in Höhe von 114 Millionen Euro. Und: „In Bremerhaven werden auch in den nächsten Jahren weitere Maßnahmen notwendig sein, um die Trinkwasserversorgung für die nächsten 50 Jahre zu sichern.“

Und sonst? Da gibt es ja noch ein Großprojekt – die Gasumstellung. „Schwierige Kundenkontakte in einem sehr komplexen Umfeld“, so Vorstand Poppe. Bisher habe es 130 000 Kundenkontakte gegeben. Wie berichtet, gilt es, 500 000 Hausbesuche in sechs Jahren zu organisieren und zu absolvieren – Bremen ist die erste Großstadt, die von energieärmerem L-Gas auf energiereicheres H-Gas umstellt.

Das läuft nicht immer rund. 70 Monteure machen sechs bis acht Termine am Tag, so Poppe. Im März seien 15 von ihnen erkrankt – und in einer Woche etwa 500 Termine geplatzt. Oft bei Kunden, die sich dafür extra freigenommen hatten. Doch Krankheit und auch menschliche Fehler seien nicht zu vermeiden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Audi e-tron im Test: Endlich elektrisch

Audi e-tron im Test: Endlich elektrisch

Zu viele Schnitzer: Hoffenheim nur 3:3 gegen Lyon

Zu viele Schnitzer: Hoffenheim nur 3:3 gegen Lyon

Erdogan nennt Khashoggis Tötung "barbarischen Mord"

Erdogan nennt Khashoggis Tötung "barbarischen Mord"

FC Bayern siegt in Athen - Robben: "Sehr wichtig"

FC Bayern siegt in Athen - Robben: "Sehr wichtig"

Meistgelesene Artikel

Zu Fall gebracht: Unbekannte spannen Seil und wollen Radfahrer ausrauben

Zu Fall gebracht: Unbekannte spannen Seil und wollen Radfahrer ausrauben

Der Karneval im Oktober steigt am Sonnabend

Der Karneval im Oktober steigt am Sonnabend

„Jacobs“-Schriftzug kehrt auf alten Röstturm zurück

„Jacobs“-Schriftzug kehrt auf alten Röstturm zurück

Einsatz am Gleis: Streckensperrung zwischen Bremen und Osterholz-Scharmbeck

Einsatz am Gleis: Streckensperrung zwischen Bremen und Osterholz-Scharmbeck

Kommentare