SOMMERMOMENTE Patrouillenfahrt mit dem DLRG-Team auf dem Grambker Sportparksee

Technik ist wichtig

Auf Patrouillenfahrt: Florian Ochs (l.) und Marcel Löbel sind für die DLRG am Grambker Sportparksee auf einem Boot unterwegs. Im Hintergrund: die DLRG-Station.
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Auf Patrouillenfahrt: Florian Ochs (l.) und Marcel Löbel sind für die DLRG am Grambker Sportparksee auf einem Boot unterwegs. Im Hintergrund: die DLRG-Station.

Bremen – Ein schöner Spätsommertag im September. Die Sonne spiegelt sich in den Wellen des Grambker Sportparksees. Die Wache im Rücken, macht sich ein Boot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf den Weg. Florian Ochs (32) aus Neuenkirchen gibt Gas. Neben ihm sitzt Marcel Löbel (22) aus Bremen. Beide verbringen ihren Nachmittag ehrenamtlich auf der DLRG-Station. Die Arbeit der Bremer DLRG mit etwa 3 000 Mitgliedern im Corona-Sommer 2020 und eine erste Saisonbilanz sind heute Themen bei „Sommermomente“.

Die Fahrt geht hinter eine Kette von Bojen in den Badebereich an den Sandstrand nahe der Station. Hier ist nicht viel los. Eine Familie übt sich im Stand-Up-Paddling. Sonst ist alles ruhig. Strandstreifen gibt es in diesem Jahr wegen Corona nicht. Die Kontrollfahrt geht weiter. Ochs gibt Gas. Das Boot beschleunigt. Die Spitze neigt sich aus dem Wasser. Das Boot ist mit Sonar ausgestattet. Wassertiefen von bis zu 15 Metern werden angezeigt. Das Sonar reagiert auf Fischschwärme und untergegangene Menschen.

Sonar reagiert auf Fischschwärme

Hin und wieder sind Stimmen aus dem Funkgerät zu hören. Irgendwo in der Stadt wird die Feuerwehr gebraucht. Ständige Informationen zu Rettungs- und Notfallaktivitäten aus dem verschlüsselten Digitalfunknetz „Tetra“ sind wichtig für die Wasserretter. So hören sie schon früh vom Verdacht auf hilfsbedürftige Personen im Wasser und leiten Taucheinsätze ein. Technik ist wichtig: Ochs ist unter anderem Elektriker, Löbel Elektroniker in der Betriebstechnik bei der Deutschen Bahn, zwei vorteilhafte Berufe. Beide haben einen von der Feuerwehr übernommenen Lkw, Baujahr 1988, zum Gerätewagen, unter anderem für Taucheinsätze, umgebaut.

Anders als befürchtet halten sich die Einsatzzahlen im Corona-Sommer mit vielen daheimgebliebenen Badefreunden in Grenzen. Zwei Badetote gab es. Ein 65-Jähriger ertrank im Mahndorfer See. Es ist ungeklärt, ob das die Folge etwa eines Herzinfarktes war. Ein 64-jähriger Ruderer ertrank nach einem Bootsunfall in der Weser.

Zwei Ertrunkene im Corona-Sommer

Im Land Bremen leisteten DLRG-Kräfte 14 000 Arbeitsstunden ehrenamtlich seit Jahresbeginn, zumeist im Sommer. Aufgrund der Corona-Regeln war das Personal reduziert, sagt DLRG-Sprecher Philipp Postulka (27) aus Bremen. Auch am Grambker See, einem unübersichtlichen Gewässer mit einer Fläche von 32,5 Hektar.

Zweimal kam es in Bremen zur akuten Lebensrettung kurz vorm Ertrinken, zehn Fälle weniger als im Vorjahr. Am 26. Juni kurz nach 18 Uhr bemerkten die Retter am Grambker Sportparksee n Unruhe am Strand und rückten an. Eine Siebenjährige wurde vermisst. Ein Badegast, von Beruf Krankenpfleger, stieß mit dem Fuß im Wasser auf den Körper, brachte das Mädchen an Land und begann mit der Reanimation. Am Sodenmattsee in Huchting entging eine 14-Jährige knapp dem Ertrinkungstot. Postulka sagt: „Ertrinken ist ein stiller Tod.“ Oft würden Leute an der Abbruchkante einfach in die Tiefe rutschen. Oder sie würden langsamer und gehen immer öfter unter und tauchen irgendwann nicht mehr auf. Schwimmflügel böten keine Sicherheit. „Die rutschen ab und die Kinder gehen unter.“

Schwimmflügel bieten keine Sicherheit

Kritisch sieht Postulka den Ausfall des Schulschwimmunterrichts im Lockdown. In der Schule würde jedes zweite Kind bei null anfangen. Der Unterricht würde die Quote lediglich auf 30 Prozent senken. „Ich habe alle hier am Badesee, auch die 30 Prozent, die nicht schwimmen können“, sagt er. Die Bremer DLRG beteiligte sich in diesem Sommer an Intensivschwimmkursen für 1 400 Drittklässler im Unibad.

In diesem Jahr wurden 150 Hilfseinsätze im Land Bremen dokumentiert. „Das sind Fälle oberhalb des Pflasterklebens, etwa große Schnittwunden“, sagt Postulka.

Unsere Serie: Letzte Folge

Die Corona-Pandemie schränkt das Reisen ein, so liegt das Gute zur Zeit eher nah. Auch in Bremen lässt sich im Sommer einiges erleben. In unserer Serie „Sommermomente“ stellten wir in lockerer Folge Orte und Aktivitäten in Bremen vor. Und wir plauderten mit Menschen, die im Sommer alle Hände voll zu tun haben, während andere sich vergnügen. Mit dieser Folge endet die Serie.

Von Martin Kowalewski

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