„Tatort“-Schauspieler Hammelmann gibt Einblick in seine „wirre Welt“

Lustige Spinnerei

+
Seit mehr als 25 Jahren schreibt Winfried Hammelmann seine satirischen Geschichten. Gestern sorgte er damit in der Reihe „Poesie im Ratskeller“ für Erheiterung.

Bremen - Von Annika Grunert. Die Lesung gestern im Ratskeller war vor allem eines: lustig. Und das von Anfang an. Schon bei der Vorstellung von Winfried Hammelmann im Rahmen der Reihe „Poesie im Bremer Ratskeller“ vom Landesbetriebssportverband gab es die ersten Lacher, als er „als eigentlicher Held vom ,Tatort‘“ betitelt wird, der der Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) stets sagt, was sie zu tun hat.

Aber damit der Lacher noch lange nicht genug. Schließlich bieten seine 18 Texte jede Menge Komik. Und dafür sorgt nicht nur der Inhalt, den er selbst teils „als völlige Spinnerei“ bezeichnet, sondern auch die Präsentation. Und so hat Hammelmann spätestens nach dem ersten Gag das Publikum für sich gewonnen.

Er setzt sich schräg auf einen Stuhl, nimmt ein Buch von dem Tisch und fängt an zu lesen. Zunächst passiert nichts – aber dann kommt ein erster Ruf: „Lauter.“ Hammelmann lässt sich nicht beirren und liest weiter, was die ersten schließlich zum Lachen bringt, denn er liest leise für sich. Kurz darauf sagt er: „Ich habe mich schon immer gefragt, warum die Leute zu Lesungen gehen.“ Und da hat dann auch der Letzte den Scherz kapiert.

Danach geht es direkt weiter mit einer Lieblingsgeschichte von Hammelmann. Mit ruhiger, ernsthafter Stimme erzählt er von Mülltonnen für Pappe, Papier und für Geschenkpapier. Von lilafarbenen für Gartenmüll und orangefarbenen für Kleinholz, die von gelben Postwagen abgeholt werden. Ein Müllinferno bricht aus, das ihn und seine Frau zu Mülltonnen mit Namen verhilft. Ein erfolgreicher Auftakt, der den Bacchuskeller erheitert und mit Applaus füllt.

Aber nicht nur zum Müllwahn hat der Journalist sich Gedanken gemacht, sondern auch zum Thema Diät. Als Pendant zum Buch „Moppel-Ich“ schrieb er die Geschichte „Müffel-Ich“, in der er auch Scherze über sich selbst macht, die sehr zur Erheiterung beitragen. Schließlich sind er und die Fettmacher ganz dicke.

Und er greift stets „unbeabsichtigt“ zu den Kalorienbomben. Auch sämtliche Diäten hat er durch: von der Ananas-Diät, bei der man soviel Ananas essen soll wie möglich, über die Kürbis-Diät, bei der man seinen Kopf in einen Kürbis stecken soll, bis hin zur Portwein-Diät, bei der so viel getrunken werden soll, dass man das Essen vergisst. Das Fazit ist eine Bitte an die Frauen: „Könnt Ihr Euch nicht einfach den Schwabbel wegdenken, das ist leichter als das Abnehmen.“

Trotz des teils wirren und vor allem komischen Inhalts bewahrt der Radio-Mann stets die Ruhe und präsentiert mal langsam, mal rasant gekonnt seine Geschichten und Gedichte. Doch so manches Mal kommt auch er ins Straucheln.

Und so liest er eine Zeile prompt doppelt vor. Später erzählt er, dass ihn solches Verhaspeln zwar ärgert, „aber es gehört auch irgendwie dazu“. So nimmt er es mit Humor und macht unbekümmert weiter. Das Publikum nimmt es ihm nicht übel, im Gegenteil, denn solche Patzer lockern das Ganze auf und lassen Hammelmann umso sympathischer wirken.

Am Ende ist es eine gelungene Lesung, die nicht nur bei dem Publikum sehr gut ankommt. Auch „Tatort“-Schauspieler Hammelmann verlässt mit „dem besten Gefühl der Welt“ und voller Vorfreude auf die nächste Lesung den Ratskeller.

Das könnte Sie auch interessieren

Ägyptische Assassinen und Prinzessinnen retten mit Mario

Ägyptische Assassinen und Prinzessinnen retten mit Mario

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Im Himmelbett am Wasserloch: Luxussafaris in der Savanne

Im Himmelbett am Wasserloch: Luxussafaris in der Savanne

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Meistgelesene Artikel

Ladies Night: 2500 Bändchen für mehr Spaß auf dem Freimarkt

Ladies Night: 2500 Bändchen für mehr Spaß auf dem Freimarkt

Musicaltheater: Vertrag bis 2023 mit neuem Betreiber

Musicaltheater: Vertrag bis 2023 mit neuem Betreiber

Jürgen Drews, Klaus & Klaus und Malle-Jens sorgen für ein volles Hansezelt

Jürgen Drews, Klaus & Klaus und Malle-Jens sorgen für ein volles Hansezelt

Mann schlägt Begleiterin und greift Helfer an 

Mann schlägt Begleiterin und greift Helfer an 

Kommentare