Oliver Mommsen leiht dem „Leopard“ des Erfolgsautors Jo Nesbø seine Stimme

„Tatort“-Ermittler als Vorleser

Jo Nesbø bei seinem Auftritt in Bremen.

Bremen - Von Ilka LangkowskiBREMEN · „Die Zeit tickte. Hier war alles zu Ende.“ Harry Hole, der etwas abgehalfterte Held und Kommissar, ist mit der jungen Ermittlerin Kaja aus Oslo unter einer Lawine lebendig begraben. Eigentlich soll er ihr helfen, einen grausamen Serienmörder zu finden.

Mit lautstarkem Applaus begrüßten die mehr als 200 Gäste, die am Montagabend in die Thalia-Buchhandlung (Obernstraße) gekommen waren, Jo Nesbø, den Bremer „Tatort“-Kommissar Oliver Mommsen („Stedefreund“) und Moderatorin Magarete von Schwarzkopf.

Offenbar kannten die meisten den Autor und seine Romane. Mit seinem aktuellen Buch „Leopard“ setzt Nesbø seine erfolgreichen Kriminalgeschichten mit Hauptdarsteller Harry Hole fort. Mommsen las ausgewählte Textpassagen und lieh der spannenden Geschichte seine leicht raue Stimme. Das Auditorium wurde mucksmäuschenstill, und für Minuten folgten die Zuhörer Harry Hole in die Welt des Verbrechens und in sein eigenes zerrüttetes Leben. Protagonist Hole ist kein Vorzeigeheld. Der norwegische Kommissar ist Alkoholiker. Seine Freundin hat ihn verlassen – und der Alkohol ihn verfolgt. Völlig am Ende, dämmert Hole zu Beginn der Geschichte in Drogenhöhlen der Millionenmetropole Hongkong dahin.

Die junge Kollegin Kaja soll ihn zurück nach Oslo holen. Ein Serienmörder hat dort bereits zwei Frauen auf bizarr-abartige Weise getötet. Ihre Verletzungen schockieren selbst Pathologen, und das Tatwerkzeug gibt Rätsel auf. Die Verbrechen in Nesbøs Krimis sind nichts für zarte Gemüter, doch sind sie der Aufhänger für packende Handlungen.

Dass Nesbø die kantige Figur des Harry Hole erfunden hat, verdanke er einigen Zufällen in seinem Leben, die oft gar nicht vielversprechend begonnen hätten, erzählte der Norweger auf Englisch. Eine Knieverletzung hatte ihn daran gehindert, seinen Traum, ein großer Fußballstar zu werden, weiter zu verfolgen. Eher aus Verlegenheit studierte er Wirtschaftswissenschaften. Außerdem hatte sich Nesbø eine Gitarre gekauft, wurde in der Unimensa unverhofft für ein Konzert engagiert und später mit der Band „Di Derre“ so berühmt, dass er durch die Welt tourte. Die Doppelbelastung von Börsenjob und 180 Konzertauftritten pro Jahr bewog Nesbø zu einer Auszeit in Sydney.

Auf dem australischen Kontinent schrieb er innerhalb weniger Wochen seinen ersten Roman. Bei Nesbøs Anekdoten und einer spannenden Textauswahl unterhielt sich das Publikum prächtig. Moderatorin von Schwarzkopf vom NDR-Hörfunk musste aufpassen, dass sie keine Pointe vergaß.

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