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Tanzverbot an Ostern: „Die Menschen werden zum Feiern nach Bremen kommen“

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Von: Fabian Raddatz

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Menschen feiern in einem Club. Eine Frau hebt einen Drink hoch.
In Bremen gilt das Tanzverbot an Karfreitag von 6 bis 21 Uhr. © Sebastian Gollnow/dpa

Auch in Bremen gilt an den Ostertagen ein Tanzverbot. Doch weil es weniger streng ist, rechnen Clubbetreiber mit Party-Pilgerern aus Niedersachsen.

Bremen – Mit Beginn der Osterzeit stehen auch das sogenannte Tanzverbot an, die Zeit, in der öffentliche Veranstaltungen, auf denen Musik gespielt wird, verboten sind. Auch in Bremen soll es während den Feiertagen einen sogenannten stillen Tag geben. In dem kleinsten Bundesland Deutschlands ist das der Karfreitag, 15. April 2022.

An dem Tag ist das Tanzen von 6 bis 21 Uhr verboten. Mit den Regelungen zum Tanzverbot ist Bremen im Bundesvergleich noch liberal unterwegs. In Niedersachsen etwa gilt ein strenges Tanzverbot, das von Donnerstag, 14. April 2022 (Gründonnerstag) bis zum Karsamstag, 16. April 2022, andauert. Erst in der Nacht auf Ostersonntag dürfen die Musikanlagen ab 0 Uhr wieder hochgefahren werden.

Tanzverbot in Bremen weniger streng: „Für die Kollegen in Niedersachsen natürlich bitter“

Disko-Betreiber sind vom Tanzverbot – wenig überraschend – nicht besonders angetan: Martin Polomka, Betreiber mehrerer Diskotheken in Hannover, sagte der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung: „Im Prinzip zwei Jahre durften wir wegen Corona nicht öffnen und jetzt nimmt man uns schon wieder zwei Tage.“ Das Feiertagsverbot halte er schon lange nicht mehr für zeitgemäß.

„Für die Kollegen in Niedersachsen ist die Regelung natürlich bitter“, sagt auch Bülent Ünal, Betreiber der bekannten Bremer Disko La Viva. Von der Feiertags-Regelung sei man in Bremen nicht betroffen, da sie um 21 Uhr ende. „Das ist Wetterwerbs-Verzerrung“, so Ünal. Er kann sich vorstellen, dass die Menschen fürs Feiern nach Bremen pilgern werden.

In Niedersachsen und Bremen durften die Diskos nach langer Corona-Pause wieder öffnen. Vorher galt pandemiebedingt Tanzverbot.

Tanzverbot in Bremen: Was erlaubt ist und was nicht

Laut dem Bremer Gesetz über die Sonn-, Gedenk- und Feiertage betrifft das öffentliche Veranstaltungen in Räumen mit Schankbetrieb, die über die reine Gastronomie hinausgehen. Aber auch Sportevents sowie gewerbliche und nichtgewerbliche Veranstaltungen mit Musik und Umzügen sind untersagt. Das schließt auch die Bremer Osterwiese mit ein, die an Karfreitag nicht geöffnet sein wird.

Als öffentliche Tanzveranstaltungen gilt, wenn jede Person – mit oder ohne Bezahlung – Zutritt hat. Heißt aber auch im Umkehrschluss: private Feiern, im Vereins- oder Familienkreis, sind erlaubt. Auch in den eigenen vier Wänden darf das Tanzbein geschwungen werden, es gelten die üblichen Regeln der Lärmbelästigung.

Das Tanzverbot in Bremen greift wiederum bei Konzerten und Bühnendarbietungen, „sofern bei ihnen nicht der diesen Tagen entsprechende ernste Charakter gewahrt ist“, wie es in dem Bremer Feiertags-Gesetz heißt. Bedeutet: Da an Karfreitag nach dem christlichen Glauben Jesus am Kreuz gestorben ist – es ergo ein Trauertag ist – soll die Veranstaltung nicht zu fröhlich sein. Zudem darf die Veranstaltung nur stattfinden, wenn sie ausschließlich in Räumen ohne Schankbetrieb durchgeführt wird.

Tanzverbot in Bremen: Das steckt dahinter

Die Idee des Tanzverbots liegt – wie bereits erwähnt – im christlichen Glauben begründet. Ostern ist das wichtigste Fest des Christentums, das am Ostersonntag die Auferstehung Jesu feiert, und an Karfreitag um den Tod Jesus trauert. Die Tage dazwischen sollen still verbracht werden. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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