„Bauen für Bremen – Architektur in der Hansestadt“: Die Schwankhalle

Tanztheater in der Brauerei

Alt und neu treffen aufeinander: Treppenhaus und Brauereiwände in der Schwankhalle. ·
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Alt und neu treffen aufeinander: Treppenhaus und Brauereiwände in der Schwankhalle. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj - Vor nunmehr bald zehn Jahren, am 29. Oktober 2002, legte die SPD-Politikerin Tine Wischer, damals Bausenatorin, den Grundstein. Den Grundstein zum Um- und Ausbau der Schwankhalle am Buntentorsteinweg 112 in der Neustadt.

„Mit dem Umbau und der Ergänzung der Schwankhalle ist die Stadterneuerung des sogenannten ‚Remmerquartiers‘ zwischen ‚Kleiner Weser‘ und Buntentorsteinweg abgeschlossen“, hieß es damals beim Bauressort. „Das Quartier ist ein gutes Beispiel für den so viel diskutierten Umbau innerstädtischer untergenutzter Industrieflächen. Die besondere Mischung von Wohnen und Kultur und die Lage am Fluss geben diesem Quartier ein ganz besonderes Flair.“ Wohnen, Kultur, Gastronomie – diese Mischung ist in dem Quartier bis heute geblieben.

Wohnen, Arbeit, Gastronomie – das war die Mischung, die einst hier das Leben bestimmte. Ab 1875 hatte Wilhelm Remmer hier eine Brauerei für sein Bier errichten lassen, die er in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ausbaute. Unter anderem braute Remmer das Seefahrtsmalz für die Teilnehmer der Schaffermahlzeit, ein Auftrag mit Renommee und Tradition. 1917 kaufte die Kaiserbrauerei – sprich: Beck & Co. – Remmer auf, ließ die Marken aber bestehen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kaufte die Stadtgemeinde das Areal am Buntentorsteinweg und verlegte den Fuhrpark der Stadtreinigung dorthin.

Alte Industriearchitektur in eine neue Nutzung zu übertragen – diese Aufgabe stellte sich dann in späteren Jahrzehnten. Was sollte aus der Schwankhalle werden? Darüber wurde lange diskutiert. So war ein Brauereimuseum im Gespräch. Eine Idee, für die sich kein Investor fand. Im Sudhaus eröffnete schließlich ein Lokal. Und der Rest? Sogar von Abriss war die Rede. Bis das Kulturressort mit der Idee für ein „Kunst- und Künstlerhaus Schwankhalle“ kam. Tanztheater und Lesungen, Jazz und Performancekunst gibt es hier heute – unter anderem und mit Wirkung über Bremens Grenzen hinaus, etwa durch das „Steptext Dance Project“. Zudem werden Ideen für den Stadtteil entwickelt, so beispielsweise das „Erinnerungscafé Radieschen“ in der Nähe des Friedhofs Buntentor.

Doch zunächst musste umgebaut werden. Die Bremische Gesellschaft für Stadterneuerung wurde Sanierungsträger, die Entwürfe kamen von Manfred Schomers und Rainer Schürmann. „Die Schwankhalle als bislang ungenutzter Altbau konnte durch einen Neubau zu einem Fokus der freien Musik-, Tanz- und Theaterszene ausgebaut werden“, so der Internet-Architekturführer des Bremer Zentrums für Baukultur, „mit Probebühne in der Schwankhalle und einer Spielstätte im Erweiterungsbau.“ Ein gläsernes Foyer verbindet beide Bereiche und schafft Transparenz – eine Verbindung auch zur Städtischen Galerie, die im ehemaligen Gär- und Lagerkeller der Brauerei untergebracht ist.

http://www.schwankhalle.de

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