Tanz mit Abstand

Wie das Bremer Theaterschiff seine „Hitparade“ ins große Metropol-Theater bringt

Auf der großen Bühne des Metropol-Theaters gelten neue Laufwege für die Darsteller. Sie haben deutlich mehr Platz als auf dem Theaterschiff – aber sie müssen während des Spiels auch jederzeit auf coronakonforme Abstände achten. Leidenschaftliche Küsse sind nun nicht mehr drin.
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Auf der großen Bühne des Metropol-Theaters gelten neue Laufwege für die Darsteller. Sie haben deutlich mehr Platz als auf dem Theaterschiff – aber sie müssen während des Spiels auch jederzeit auf coronakonforme Abstände achten. Leidenschaftliche Küsse sind nun nicht mehr drin.
  • Thomas Kuzaj
    vonThomas Kuzaj
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Bremen – Es ist eine ungewöhnliche Premiere – für alle Beteiligten. Größere Bühne, mehr Abstand – überall. Wie berichtet, treten Theaterschiff und „Fritz“-Theater nun im Metropol-Theater am Richtweg vor ihr Publikum, weil die beiden Privattheater coronabedingt auf eigener Bühne noch nicht wieder richtig spielen können. Seit Montag richtet das Theaterschiff seinen Schlager-Kracher „Hitparade“ für das Haus am Richtweg ein. Alles wird eine Nummer größer.

„Soviel Platz hatten wir noch nie! Eigentlich träumen alle Schauspieler von so einer Bühne – nur nicht von solchen Umständen“, so Regisseur Oliver Geilhardt. „Krisen führen zusammen“, hat Christopher Kotoucek vom „Fritz“ gesagt. Es stimmt wortwörtlich.

Das Theaterschiff spielt nun auf der großen Bühne des Metropol-Theaters vor einer LED-Wand aus dem „Fritz“. Die LED-Kulisse vom Theaterschiff wäre zu klein für das Metropol-Theater. Stück und Wirkung sollen ja nicht verloren gehen beim buchstäblich großen Auftritt am Richtweg.

Bremer Metropol-Theater lässt 200 Zuschauer herein

Premiere feiert die ins größere Format transponierte Hommage an den ZDF-Fernsehklassiker am Donnerstag, 16. Juli, um 20 Uhr. Weitere Aufführungen folgen am 17., 18., 19., 23., 24. und 25. Juli – sowie am 13., 14. und 15. August. Beginn: jeweils um 20 Uhr. Hinzu kommen noch zwei Nachmittagsvorstellungen, die am 26. Juli und 16. August um 15 Uhr beginnen.

Eine optimistische Terminplanung, die darauf setzt, dass genügend Menschen Lust haben, sich in einem Theater unterhalten zu lassen. Und die zugleich demonstrieren soll: Schaut her, wir sind noch da und trotzen der Krise! Jörn Meyer vom Metropol-Theater lässt 200 Besucher ins Parkett. So ist für alle Abstandsregeln ausreichend Platz. Masken müssen am Platz nicht getragen werden, nur auf den Wegen durchs Theater.

Bremer Theaterschiff zündet sturmsicheres Gag-Feuerwerk

Das Stück ist ein sturmsicheres Gag- und Schlager-Feuerwerk. Zu sehen ist eine Generalprobe für die „Hitparade“. Problem: die Stars fehlen! Moderator Dieter Thomas Schleck (Michael Svensson), Tontechniker Reiner (Markus Weise), Regisseur Matts Scheibe (Marcus Rudolph) und seine Assistentin Tina (Ramona Schlenker) sind verzweifelt. Was tun? Matts Scheibe hat die rettende Idee: „Dann machen wir das eben alleine!“

Regisseur Geilhardt richtet die Inszenierung von Craig Simmons und Knut Schakinnis für das Metropol-Theater ein – und es ist eben keine Wiederaufnahme wie jede andere. Und das nicht nur wegen der deutlich größeren Bühne und aufwendig neu geschnittener Videosequenzen.

Die Abstandsregeln gelten in Bremen auch für die Darsteller auf der Bühne

Denn auch für die Darsteller gelten die Abstandsregeln. Geilhardt: „Wir müssen alles überprüfen und gucken, ob sich Leute irgendwo zu nahe kommen.“ Mindestens 1,50 Meter Abstand sind auf der Bühne angesagt. „Eher zwei Meter.“ Und beim Singen drei Meter – sowie „vier bis sechs Meter zum Publikum“.

Aber es gibt doch bestimmt auch Szenen, die sich mit Abstand nicht glaubwürdig spielen lassen? Geilhardt: „Die kritischsten Stellen sind die Choreographien.“ Doch auch getanzt wird nun mit Abstand. „Und wir haben ein, zwei Kuschelmomente und Küsse.“ Geht natürlich gar nicht.

Leidenschaftliche Küsse fallen Corona zum Opfer

Die Szenen werden geändert, nun müssen beispielsweise schmachtende Blicke mehr sagen als leidenschaftliche Küsse. Und so dauern die Wiederaufnahmeproben nicht – wie sonst üblich – einen Tage, sondern: „Wir proben drei Tage.“

Karten zum Preis von 31 Euro bis 38 Euro gibt es unter www.metropol-theater-bremen.de und bei Nordwest Ticket online. „Eine Abendkasse gibt es nicht, aber es kann bis zur Vorstellung online gebucht werden“, so ein Sprecher.

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