Kunsthalle bekommt Kriegsverlust zurück

Die „Tanne“ ist wieder da

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Die Zeichnung „Tanne“ von Caspar David Friedrich

Bremen - Nach mehr als 70 Jahren ist ein Kriegsverlust in die Bremer Kunsthalle zurückgekehrt. Es handelt sich um die Zeichnung „Tanne“, ein Werk des wohl bedeutendsten deutschen Malers der Romantik, Caspar David Friedrich (1774 bis 1840).

Das Blatt mit der Studie eines Nadelbaums war im Kriegsjahr 1943 – wegen der zunehmenden Bombardierungen Bremens – gemeinsam mit mehr als 1 700 weiteren Zeichnungen und mehreren tausend Druckgrafiken ins Schloss Karnzow (Mark Brandenburg) ausgelagert worden. Wenige Tage nach Kriegsende wurde das Schloss geplündert, wodurch ein Großteil der dort verwahrten Werke verlorenging.

Durch die Vermittlung der Kunsthandlung Art Cuéllar-Nathan (Zürich) ist es gelungen, das nach dem Zweiten Weltkrieg verschollene Friedrich-Blatt „Tanne“, das aus dem Jahr 1798 stammt, gegen die Zahlung eines sogenannten Finderlohns aus Schweizer Privatbesitz zurückzukaufen. Das teilte eine Sprecherin der Kunsthalle am Mittwoch mit. „Die Mittel dafür stammen aus der Schenkung Mathilde und Fritz MüllerArnecke“, hieß es weiter.

Die Zeichnung selbst wurde in Bleistift auf Büttenpapier ausgeführt. „Mit kurzen Strichelungen, mit parallelen Schraffuren und Zickzacklinien, mit einer differenzierten Verteilung von hellen und dunklen Nuancen erfasste Friedrich die spezifische Form des Baumes“, so die Sprecherin. Caspar David Friedrich datierte die Zeichnung auf September 1798 und vermerkte zudem, der Baum sei „nach der Natur“ gezeichnet. „Damit stellt die Zeichnung eine der ersten eigenständigen Naturstudien des Künstlers dar, der ab 1794 an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen studiert hatte und sich im Oktober nach einem Aufenthalt in Greifswald anschließend in Dresden niederlassen sollte“, heißt es in der Kunsthalle.

In den Besitz des Bremer Kunstvereins kam das Blatt im Jahr 1936 als Geschen. Die Graphische Gesellschaft hatte es von der Kunsthandlung Ackermann und Sauerwein in München erworben. „Auf einen eventuellen verfolgungsbedingten Entzug in der NS-Zeit gibt es bislang trotz intensiver Recherchen keine Hinweise“, so die Sprecherin. Nachdem die Zeichnung 1945 verlorengegangen war, tauchte sie 1989 bei einer Auktion bei Sotheby’s München wieder auf und befand sich anschließend in der Ian Woodner Family Collection. 1999 kam sie bei Christie‘s in London zur Versteigerung. Wenig später wurde das Blatt in der Datenbank „The Art Loss Register“ als Verlust eingetragen. Grundlage dafür war die 1991 (und erneut 1997) erschienene Dokumentation der Bremer Kriegsverluste.

kuz

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