„Tag der Unfallchirurgie“ im Klinikum Bremen-Mitte / Werder-Legende Burdenski spricht über Verletzungen

Innenansichten des Knies

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Beim „Tag der Unfallchirurgie“ – von links gesehen: Prof. Dr. Michael Paul Hahn (Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie), Torwart-Legende Dieter Burdenski, Jan Thies (Leitender Oberarzt), Dr. Knut Müller-Stahl (Oberarzt).

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Schwere Arbeitsunfälle, die in der Nordwestregion geschehen, kommen direkt nach Bremen“, sagte Professor Michael Hahn am „Tag der Unfallchirurgie“ im Klinikum Bremen-Mitte. Seit 15 Jahren besteht die Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie dort. Jetzt hat das Ärzteteam wieder zu öffentlichen Vorträgen geladen.

Direktor Michael Hahn sowie die Oberärzte Petra Bersebach, Knut Müller-Stahl und Jan Thies referierten über die medizinischen Anforderungen der Unfallchirurgie. Unfallpatient Ronald Struß berichtete über seine Erfahrungen und lobte die chirurgische Kompetenz der Bremer Klinik.

Im Juni war er beim Joggen im Bürgerpark von einem herabfallenden (und schweren) Ast getroffen worden. Beide Beine und mehrere Rippen waren gebrochen, seine Lunge war ebenfalls verletzt. Jetzt, nach nur vier Monaten, läuft Struß wieder. Die Krücken benutzt er noch, aber die Prognose, irgendwann wieder joggen zu können, ist gut. Vor 15 Jahren hätte das anders ausgesehen.

„Damals wäre Herr Struß jetzt noch im Rollstuhl hier“, erläuterte Thies. Doch die Gipszeiten seien vorbei. Dank der neuen Implantate könne man heute sehr viel früher mit der Rehabilitation beginnen. Auch die Aufenthalte auf Intensiv- und normaler Station hätten sich verkürzt. Die ganze Organisation der Abläufe sei heute besser, ergänzte Hahn.

Wie eine minimalinvasive Operation am Kreuzband verläuft, erklärte Thies anschaulich in seinem Vortrag „Schlüssellochchirurgie – Was man mit dem Arthroskop behandeln kann“. Fotos zeigten Innenansichten des Knies – und wie eine Sehne aus dem Oberschenkel als Ersatz für ein gerissenes Kreuzband vorbereitet wird. Sie wird dort platziert, wo einst das Kreuzband saß und wächst dort an. Pins und Schrauben, die die Sehne fixieren, lösen sich nach geraumer Zeit selbst auf.

Zu Gast war auch Werders ehemaliger Torhüter und Nationalspieler Dieter Burdenski. Mit nur einer schweren Verletzung ist er aus 444 Spielen und 19 Jahren Profikarriere glimpflich herausgekommen. Auf die Frage, warum die jüngeren Spieler heute so häufig verletzt seien, antwortete Burdenski, dass er vor allem das Training auf Kunstrasen als Ursache sehe. „Das ist tödlich für Gelenke und Muskulatur. Zusätzlich seien die jungen Leute noch nicht ausgewachsen.“ Auch die Trainingsintensität könne eine Rolle spielen. Vor allem aber sollte sich jeder Fußballspieler immer ordentlich aufwärmen.

Das Klinikum Mitte ist Trauma- und Prothetikzentrum der Nordwestregion, Maximalversorger bei schwersten Unfällen in der Region und hier einzige Klinik zur Versorgung Schwerverletzter bei Arbeitsunfällen.

„Wenn sich in Ostfriesland ein Arbeiter schwer verletzt, kommt er durch die Kooperation mit den Berufsgenossenschaften per Hubschrauber direkt hierher“, sagte Hahn. In naher Zukunft soll es im Klinikum Mitte außerdem eine Alterstraumatologie geben.

Insgesamt versorgte das Klinikum im vergangenen Jahr unter den Tausenden von Unfallpatienten 244 Schwerverletzte.

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