Am „Tag des offenen Denkmals“ geht es auch in ehemalige Montagehallen

Industrie, Technik und Identität

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Blick in den Hoetger-Hof der Böttcherstraße.

Bremen - Zum bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ bietet sich am Sonntag, 13. September, in Bremen und Bremerhaven in fast 60 Denkmälern ein seltener und zumeist kostenloser Blick hinter die Kulissen. Der Tag stehe unter dem Titel „Handwerk, Technik, Industrie“, sagte Professor Georg Skalecki, Bremens Landeskonservator, gestern.

Unter diesem Motto solle der Stellenwert der industriellen und technischen Denkmale für die Denkmallandschaft insgesamt hervorgehoben werden, betonte er und ergänzte: „Nicht nur Kirchen und historische Altstädte prägen unsere baukulturelle Identität.“

Eröffnet wird der Tag in Bremen um 11 Uhr in der 1953/54 gebauten Lloyd-Halle 4 an der Richard-Dunkel-Straße in der Neustadt – in der ehemaligen Endmontagehalle der Bremer Lloyd-Motoren-Werke spricht neben Skalecki Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz. In der Halle wurden die legendären Lloyd-Kleinwagen des Borgward-Konzerns produziert. Sehenswert sind daneben in Bremen unter anderem die monumentale Getreideverkehrsanlage im Hafen, Schuppen und Speicher, das alte Pumpwerk sowie Mühlen und das „Kaffee-Hag“-Ensemble in der Überseestadt. In Bremen-Nord öffnen unter anderem die „Schulschiff Deutschland“ und die Bremer Wollkämmerei. In Bremerhaven passen Deutschland ältestes Trockendock, das „Wencke-Dock“, der neu aufgestellte und instandgesetzte alte Wasserstandsanzeiger an der Weser sowie Klappbrücken und historische Schiffe zum Jahresmotto.

„Handwerk, Technik, Industrie“ – zurück in die Stadt Bremen. Am Sonntag um 15 Uhr wirft die Kulturkirche St. Stephani im Faulenquartier einen Blick auf die Kirchenfenster von Erhart Mitzlaff.

„Im Rahmen einer Kirchenführung geht es um die historischen Zusammenhänge der Planung, Entwicklung und Fertigstellung der Kirchenfenster durch den Maler, Grafiker und Architekten Erhart Mitzlaff“, heißt es in einer Vorschau. Durch die Kirche führt Pastor Rolf Sänger-Diestelmeier. Das die Rückseite zum Altarraum bildende Fenstermosaik besteht aus sechs Teilen und etwa 10000 farbigen Glasstücken. Es wurde 1967 von dem aus Fischerhude stammenden Künstler geschaffen und steht unter dem Thema „Alte und Neue Welt“.

Die Förderung der regionalen Handwerkerkunst ist auch Thema von Rundgängen durch die Böttcherstraße, bei denen es außerdem um archäologische Grabungsfunde geht. Startzeiten des Vollprogramms (60 Minuten): 15, 15.30 und 16 Uhr. Führungen gibt es auch als Halbprogramm (30 Minuten) – Archäologie um 15 und 16 Uhr, Denkmalpflege um 15.30 und 16.30 Uhr. Treffpunkt: Handwerkerhof.

kuz/epd

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