Tafelservice vom Haus Seefahrt gefunden

Die Scherben der Schaffer

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Scherben des alten Schaffer-Geschirrs.

Bremen - „Gott segne Bremens Handel und Schifffahrt.“ So steht es geschrieben auf den Scherben, die im vergangenen Jahr bei Baggerarbeiten im Bereich der Landwehrstraße in Utbremen ans Tageslicht kamen. Einem Anwohner, so heißt es, fielen die ungewöhnlichen Porzellanstücke auf – und so wurde Professor Konrad Elmshäuser, der Leiter des Staatsarchivs, eingeschaltet. Er erkannte gleich, dass es sich um altes Tafelgeschirr der Stiftung Haus Seefahrt handelte.

Die Stiftung richtet die Schaffermahlzeit aus, und dort werden Spenden für sie gesammelt – das nächste Mal am Freitag, 12. Februar, in der Oberen Rathaushalle. Wohl mit Blick auf die 472. Schaffermahlzeit wurde die Scherben-Geschichte jetzt bekannt.

Elmshäuser lag mit seiner ersten Einschätzung richtig. Recherchen der vom Staatsarchiv eingeschalteten Landesarchäologie ergaben „nach Analyse der Geodaten Gewissheit“, hieß es gestern. Und weiter: „Der Bagger hatte das 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstörte Stiftungsgebäude des Hauses Seefahrt, den von 1874 bis 1876 errichteten Seefahrtshof an der Lützower Straße, angeschnitten.“ Teile von Tellern, Vorlegplatten sowie Kisten und Beschlägen waren dabei aus dem Dunkel der Vergangenheit (und des Erdreichs) aufgetaucht. Sie gehören offenbar zu dem Service, das einst für die Tischgedecke der Schaffermahlzeit benutzt worden ist, die bis 1940 im Seefahrtshof gefeiert wurde – und dann erst wieder ab 1952 im Rathaus mit neuem Geschirr. Komplette Serviceteile konnten allerdings nicht geborgen werden.

„Doch lässt sich mit Hilfe der Scherben nun wenigstens ein Eindruck von dem Originalservice gewinnen, das bislang als im Krieg komplett verloren galt“, hieß es gestern im Kulturressort. „Seine Reste werden vom Staatsarchiv nun dem Haus Seefahrt in Grohn als Alteigentümer übergeben.“ Laut Fabrikstempel stammt das Service aus der Steingutfabrik Witteborg in Farge.

Motiv des Geschirrs ist das Portal des Hauses Seefahrt von 1665, sprich: des Vorgänger-Baus des Hauses an der Lützower Straße. Das Portal ist erhalten und steht heute in Grohn.

kuz

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