Bremen bekommt einen Katastrophenschutzbeauftragten

Szenarien durchplanen

Szenarien durchspielen und mögliche Einsatzabläufe vorplanen – mit Feuerwehr-Chef Karl-Heinz Knorr bekommt Bremen im nächsten Jahr einen Katastrophenschutzbeauftragten.
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Szenarien durchspielen und mögliche Einsatzabläufe vorplanen – mit Feuerwehr-Chef Karl-Heinz Knorr bekommt Bremen im nächsten Jahr einen Katastrophenschutzbeauftragten.

Bremen – Ein mehrtägiger Stromausfall legt den Nordwesten lahm. Die gewohnten Kommunikationswege funktionieren nicht mehr, Menschen sind in Gefahr. Wie können Rettungsdienste und Krankenhäuer, Feuerwehr und Polizei dennoch weiterarbeiten? Gibt es Notstromversorgung für die Feuerwehren? Wie kommt der Kraftstoff aus den Vorratstanks in die Einsatzfahrzeuge?

„So etwas muss vorgeplant werden“, sagt Karl-Heinz Knorr, demnächst (Anfang November) seit 24 Jahren Leiter der Berufsfeuerwehr in Bremen. Und mit eben diesen Planungen wird er in Zukunft beschäftigt sein: Knorr wird Katastrophenschutzbeauftragter für das Land Bremen. Das kündigte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Dienstag an.

Knorr, 56, tritt sein Amt – offiziell handelt es sich um das neue Referat „Katastrophen- und Zivilschutz“ beim Senator für Inneres – an, sobald ein neuer Feuerwehr-Chef gefunden ist. Die bundesweite Ausschreibung werde gerade formuliert, hieß es in der Innenbehörde. Als Wunschziel gilt, den Wechsel zum 1. April 2021 hinzubekommen.

Bremens Innensenator Mäurer: „Unsere Infrastruktur ist anfällig“

Katastrophenschutz ist eine Länderaufgabe, um den Zivilschutz kümmern sich die Länder im Auftrag des Bundes. Mäurer: „Unsere Infrastruktur ist anfällig wie nie zuvor. Was passiert zum Beispiel, wenn das Internet kollabiert, mit dem das gesamte wirtschaftliche Leben verbunden ist?“

Gedanken wie diese, so der Senator, hätten ihn auf die Idee gebracht, den Katastrophenschutz im Land Bremen zu stärken. Ergebnis ist das selbstständige Referat mit Knorr und zwei Mitarbeitern, das mit allen Senatsressorts zusammenarbeiten soll.

Bremen will besser auf den Ernstfall vorbereitet sein

Bremen will sich also besser auf Katastrophen, Klimanotstände und Zivilschutzeinsätze vorbereiten. Denn es gehe zunehmend auch darum, auf nicht vorhersagbare Ereignisse eingestellt zu sein, sagt Mäurer – und verweist auf Auswirkungen des Klimawandels: „Starkregen in nie gekanntem Ausmaß, Wasser, Sturm in nicht gekannter Weise.“

Das seien „schnelle Ereignisse“, die neue Reaktionszeiten erforderten. „Wir müssen uns diesen Herausforderungen stellen. Das kann man nicht mal so nebenbei machen“, sagt Mäurer.

Auch der Klimawandel bedroht die Sicherheit Bremens

Stichwort Überschwemmungen: „Unsere potenzielle Bedrohungslage ist mit New Orleans vergleichbar“, sagt Karl-Heinz Knorr. Schon jetzt – sozusagen im „Normalbetrieb – komme das Hochwasser zweimal täglich höher als weite Teile Bremens. Knorr nennt ein Beispiel: „Wir können nur in Schwachhausen leben, weil wir unsere Deiche haben, es würde sonst zweimal am Tag geflutet werden.“

Was aber, wenn Deiche brechen (Naturkatastrophe/Klimawandel) oder gesprengt werden (terroristischer Angriff)? Wieder so ein Szenario, wie es Knorr in seinem neuen Amt durchspielen und durchplanen wird. Immer in dem Bewusstsein, dass es nicht möglich ist, sämtliche Details und Ereignisse vorauszuplanen. Aber Abläufe zum Beispiel lassen sich schon festlegen, damit im Ernstfall keine Zeit verloren geht. Wo lassen sich Menschen „satt und sauber“ unterbringen? Wie kommt man da hin, wer hat die Schlüsselgewalt? Solche Dinge eben.

Knorr will auch mal „penetrant sein“

Knorr sieht sich dabei in einer koordinierenden Funktion – etwa in der Absprache mit den jeweils zuständigen Ressorts, auf deren Fachwissen er vertrauen will. Und wenn‘s mal nicht so läuft? „Ich kann schon penetrant sein“, sagt er – aber mit einem Lächeln.

Zudem weiß er: „Sie können die verwundbaren Stellen in unserem System nicht immer präventiv schützen.“ Denn das würde schnell auf Kosten der Freiheit gehen. Gleichwohl aber will Bremen auch Angriffen auf die Strom- und Wasserversorgung oder das Telekommunikationsnetz nicht unvorbereitet gegenüberstehen.

Bleibt die Frage, wie Bremen seinen neuen Katastrophenschutzbeauftragten finanziert. Hier bleibt Mäurer nebulös und verweist allgemein auf den Etat seines Ressorts: „Wir haben einen Haushalt und da muss man dafür sorgen, dass das Geld von A nach B kommt.“

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