Von Thomas Kuzaj

Ein System, das jeden kontrolliert

Kreiszeitung Syke

Bremen - · Gesundheit: In ihrem Roman „Corpus delicti“ entwirft die Autorin Juli Zeh das Bild einer – wie es auf ihrer Internetseite heißt – „Gesundheitsdiktatur irgendwann im 21. Jahrhundert“.

Und weiter: „Sie zeichnet ein System, das alle und alles kontrolliert. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerpflicht geworden. Die ‚Methode‘ verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten. Buchstäblich über jeden Schritt seiner Bürger ist dieser Staat informiert.“

Klingt ganz schon ungesund. „Was die Schriftstellerin ihrem Roman eindrücklich beschrieben hat, ist nun Ausgangspunkt der vierten Veranstaltung in der Reihe ‚Gesundheit und Kultur‘, die am Mittwoch, 9. Juni, um 19.30 Uhr im Haus im Park stattfindet“, sagt Stefanie Beckröge vom Klinikum Bremen-Ost, auf dessen Areal das Haus im Park zu finden ist. „Tatsächlich wächst das Interesse an gesundheitlicher Prävention, Wellness und Lifestyle-Angeboten unaufhörlich. Gesundheit wird zu einem immer wichtigeren Markt, an dem die Unternehmer der Gesundheitswirtschaft, die Verbraucher, die Mitarbeiter der öffentlichen Gesundheitseinrichtungen ebenso teilhaben wie die Gesundheitspolitiker.“ Die Frage sei nun: „Wann kann dieses vom Bürger wahrgenommene Recht auf Gesundheit in eine Verpflichtung zur Gesundheit umschlagen?“

Eben damit beschäftigt sich die Referentin – das ist die Professorin Ilona Kickbusch. Sie war lange Zeit Direktorin für Gesundheitsförderung bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sprecherin Beckröge: „Sie fordert nicht nur Innovationen und einen Perspektivwechsel in der Gesundheitspolitik, sondern auch eine Umorientierung des gesamten Gesundheitssystems hin zur demokratischen Teilhabe und Eigenverantwortung der Bürger und Patienten.“

Teilhabe, Eigenverantwortung, Prävention – viele Modeworte, über die man sicherlich mal diskutieren kann. Und genau das ist nach dem Kickbusch-Referat auch geplant. Es moderiert Dr. Dorothee Schmitz-Köster (Radio Bremen). Schauspielerinnen tragen zudem Szenen aus dem Buch von Juli Zeh vor.

· Küche: „Ich koche leidenschaftlich gern.“ Die „Kochkrone“ des Weserparks darf sich die 67-jährige Christina Pabsch (Foto) aus Melle aufsetzen. Sie überzeugte die Jury und setzte sich unter sechs Finalisten durch. „Am Ende haben nur noch Nuancen den Ausschlag gegeben“, sagte Jurymitglied Michael Gorich vom Seefischkochstudio Bremerhaven. Im Oktober tritt die Gewinnerin beim Bundesfinale in Schwerin an, erklärte Centermanagerin Monika Mehrtens.

WWW.

juli-zeh.de/corpus-klappe.php

kulturensemble-bremen.de/kalender/index.php

weserpark.de

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