Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland in Bremen / Schwerpunkt Flüchtlingspolitik

Unterstützung für die Kanzlerin

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Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm spricht bei der zwölften Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, die gestern in Bremen begann.

Bremen - Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihre Unterstützung für die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigt. Zum Auftakt der EKD-Jahrestagung ermunterte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm die Kanzlerin gestern in Bremen, „auch unter schwierigen Bedingungen diesen flüchtlingspolitischen Kurs zu halten und der Versuchung zu widerstehen, auf einen Kurs der Abschottung und des Einzäunens von Europa einzuschwenken“.

Gegenüber Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus sei höchste Wachsamkeit geboten. Eine Herabstufung des Status syrischer Flüchtlinge lehnten die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland ab, sagte Bedford-Strohm.

„Für die beiden christlichen Kirchen – und ich darf das heute auch nach Rücksprache mit Kardinal Marx sagen – ist eine rechtliche Herabstufung von syrischen Flüchtlingen und eine Flüchtlingspolitik der Abschreckung und der Abschottung gegenüber Menschen, die vor dem Horror des IS fliehen, nicht akzeptabel.“ Gerade die rechtliche Ausgestaltung des Familiennachzugs würden die Kirchen genau verfolgen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat die evangelische Kirche zu einem klaren Abrücken von der Judenfeindlichkeit des Reformators Martin Luther aufgerufen. Auch wenn man keine direkte Linie ziehen könne von Luthers Ansichten bis hin zum Holocaust, so müsse die Kirche sich deutlich von der antisemitischen Seite Luthers distanzieren, sagte Schuster gestern in Bremen zum Start der EKD-Jahrestagung.

Bei ihrer Tagung im Congress Centrum auf der Bürgerweide – die bis Mittwoch, 11. November, dauert – will die EKD angesichts des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 Stellung beziehen zu den judenfeindlichen Aussagen Luthers. Schuster sagte, die Kirche hätte sich dem Aspekt bereits deutlich früher widmen können.

Auch Schuster forderte derweil Unterstützung für Flüchtlinge. „Die Hilfe für bedürftige Menschen ist ein Gebot unserer Religionen.“ Der Präsident des Zentralrats äußerte aber die Sorge, dass mit der Vielzahl von Flüchtlingen aus israelfeindlichen Ländern ein neuer Antisemitismus nach Deutschland hineinschwappe, wie er in Frankreich zu beobachten sei. Bedford-Strohm sagte, dass den Flüchtlingen deutlich gemacht werden müsse, dass Antisemitismus gerade in Deutschland tabu ist.

Mit einem Gottesdienst in der St.-Stephani-Kirche hatte das Parlament der evangelischen Kirche seine Tagung begonnen. In seiner Predigt warnte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms, der aus Bremen stammt, vor Angst angesichts des Flüchtlingszustroms. Deutschland habe in der Geschichte schon weit größere Zahlen von Flüchtlingen aufgenommen. „Denen aber, die mit der Angst der Anderen ihr eigenes Süppchen der Fremdenfeindlichkeit und eines Rechtsextremismus kochen wollen, müssen wir kräftig widerstehen!“

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) würdigte unterdessen die Rolle der Kirchen bei der Unterstützung und Unterbringung der Flüchtlinge. Sieling: „Ich erlebe, wie sich die Kirchen in unserem Land für die Verbundenheit unterschiedlicher Kulturen und Religionen engagieren.“ Die Kirchen seien ein Ort, „in denen die Nöte und Hoffnungen der Menschen an- und ausgesprochen werden, in denen getröstet und ermutigt, beraten und geholfen wird.“

dpa/kuz

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