Reederei F. A. Vinnen feiert ihr 200-jähriges Bestehen / Festakt am 25. Oktober im Rathaus

„Susanne“, „Sedov“ und die „Merkur“-Flotte

Die siebte Generation: Michael Vinnen (r.) leitet die Reederei seit 2001 gemeinsam mit dem weiteren Geschäftsführer Bernd Hein (l.). Foto: REEDEREI VINNEN

Bremen – 200 Jahre, da war doch was? Richtig, die Bremer Stadtmusikanten feiern in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag. Aber nicht nur die Grimmschen Märchenfiguren. Auch die Bremer Reederei F.A. Vinnen & Co. blickt auf ein 200-jähriges Bestehen zurück. Das feiert die zweitälteste Reederei Deutschlands am Freitag, 25. Oktober, mit einem Festakt in der Oberen Rathaushalle.

Zurück auf Start: Gegründet wird die Bremer 1819 von Ernst Christian Schramm. Und so firmiert sie zunächst auch als E.C. Schramm & Co., schluckt im Jahre 1828 die von Schramms Schwiegervater geführte Firma C.C. Hucke, die seit 1827 ein eigenes Schiff besitzt. Die Firma geht in den nächsten beiden Generationen auf Schwiegersöhne über. Neben dem Handel mit Tabak erwerben diese 1896 mit dem Schoner „Susanne“ ihr erstes Segelschiff. Es kommen vor allem hölzerne Vollschiffe hinzu.

Im Verlauf der Zeit weitet sich das das Geschäft auf den Transport und Handel mit Petroleum in Fässern aus den USA aus, verrät ein Blick in die Firmenchronik. Ende des 19. Jahrhunderts werden die ersten Segelschiffe aus Eisen und Stahl erworben und in der vierten Generation übernimmt 1896 Friedrich Adolf Vinnen die Reederei von seinem Vater. 1912 erfolgt dann die Umbenennung in F. A. Vinnen & Co. und der Umzug in das neue Kontorhaus am Altenwall. „Zwei Entscheidungen, für die ich meinem Ur-Großvater bis heute noch sehr dankbar bin“, sagt Michael Vinnen, jetziger Geschäftsführer der Reederei.

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bedeutet einen vollkommenen Neuanfang, da die vorhandenen Schiffe entweder versenkt werden oder als Kriegsreparationen an die Siegermächte gehen. Anfang der 20er Jahre versucht es Vinnen erneut mit Segelschiffen. Neben anderen Segelschiffen wird die „Magdalene Vinnen“ gebaut, das größte Fracht-Segelschiff der Welt. Sie ist bis heute unter russischer Flagge als „Sedov“ für Ausbildungszwecke im Einsatz.

Nach dem Tod von Friedrich Adolf Vinnen (1926) setzt dessen Sohn Werner auf Dampfer und Motorschiffe. Ende des Zweiten Weltkrieges ist von dieser Flotte außer Schulden nichts mehr vorhanden. Als erster Neubau eines Seeschiffs nach dem Krieg wird 1955 auf der Rickmerswerft in Bremerhaven ein modernes Motorschiff gebaut und unter dem Namen „Adolf Vinnen“ in Dienst gestellt. Mit Beginn der 80er Jahre revolutioniert der Container die Transportbranche, der Vinnen-Geschäftsführer Christel Vinnen erkennt den Trend und gibt unter anderem neun Semi-Containerfrachter bei der Neptun-Werft in Rostock in Auftrag. „Alle diese Schiffe erhalten den ,Merkur’-Namen, eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird“, sagt ein Firmensprecher.

Heute betreibt F. A. Vinnen & Co. eine Flotte von neun modernen Containerschiffen, die meisten mit einer Kapazität von bis zu 5 000 Standardcontainern.  je.

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