Neue Kunstausstellung im Café K

Surreale Dynamik

Die surreal in Szene gesetzten Architekturen verleihen auch diesem Bild von Martin Koroscha ihre Dynamik.
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Die surreal in Szene gesetzten Architekturen verleihen auch diesem Bild von Martin Koroscha ihre Dynamik.

Bremen - Von Jörg Esser · Der Mensch kreiert. Er baut Welten. So hat das Rot-Kreuz-Krankenhaus (RKK) in der Neustadt über 30 Millionen Euro in Um- und Neubau der Klinik investiert. Im Dezember soll auch der neue Zentral-OP mit vier Sälen im Haupthaus fertig sein. So weit, so klar, so bodenständig.

„Welten bauen – In Konstruktionen leben“ heißt derweil eine neue Ausstellung im Café K auf dem Gelände des RKK. Gezeigt werden Arbeiten der in Bremen lebenden Künstler Rainer Weber und Martin Koroscha. „Die beiden Künstler erkunden in vollkommen unterschiedlicher Bildsprache die Beziehungen von Mensch und Welt, von Natur und Konstruktion“, sagt eine Sprecherin des RKK.

Nun denn. Die einfarbig lackierten Acrylharz-Plastiken von Rainer Weber „wirken wie mutiert, aber keineswegs willkürlich“, heißt es. Sie ergäben eine organische Formgestalt, die durch ihre Absonderlichkeit fasziniert. Alltagsgegenstände oder aus der Kunstgeschichte bekannte Bildhauereien wie die Venus von Milo verfremdet Weber in seiner Serie „Vergrößerungen“ mit unnatürlich scheinenden Mutationen. So will er „das Spannungsverhältnis des menschlichen Lebens zwischen natürlichem Wachsen und bewusstem Eingreifen“ darstellen.

Martin Koroscha bricht nach eigenen Angaben mit herkömmlichen Sehgewohnheiten: Die digital aussehenden Bilder entpuppen sich als handgemachte Acrylmalereien. Auf quadratischen Baumwollwänden entwirft er klare Landschaften und Architekturen. Die Szenerien sind menschenleer, die Natur wirkt starr. „Dynamik verleihen dem Bild die surreal in Szene gesetzten Architekturen“, sagen Kunstkritiker. Und weiter: „Sie scheinen auf den Betrachter zuzuschweben.“

Und auf den kommt es ja an. „Der oberste Richter eines bildlichen Kunstwerks ist das menschliche Auge“, hat der Expressionist Paul Klee (1879–1940) einst gesagt. Und weiter: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ So sei es. Kunst ist eben, wenn man trotzdem hinguckt. Oder so.

Die Arbeiten von Weber und Koroscha sind bis Sonntag, 20. Januar 2013, täglich von 7.15 bis 19.30 Uhr im Café K zu sehen.

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