„Kick-Ass“ ist eine gut inszenierte Comicverfilmung für Erwachsene – mit Witz und Blutvergießen

Superhelden haben es schwer

Dave ist der mediale Superheld „Kick-Ass“. Übermenschliche Kräfte fehlen ihm allerdings.

Bremen - Von Viviane Strahmann · „Warum kommt eigentlich niemand auf die Idee, ein Superheld zu werden?“, fragt sich der unscheinbare Dave Lizewski und verwandelt sich in „Kick-Ass“ in einen Superhelden – leider ohne Superkräfte.

Die Hauptfigur der Comicverfilmung von Autor Mark Millar und Regisseur Matthew Vaughn („Der Sternenwanderer“) ist nicht unbedingt das, was man normalerweise einen Superhelden nennt. Aber wer sagt eigentlich, dass diese immer muskulös und mit einem beneidenswerten Selbstbewusstsein ausgestattet sein müssen?

Dave (Aaron Johnson) jedenfalls ist ein ganz normaler Teenager – schüchtern und alles andere als ein Mädchenschwarm. In seinem Zimmer unter dem Dach verbringt er die meiste Zeit zwischen Computern und Comics. Das ändert sich allerdings schlagartig, als Dave sich die entscheidende Frage stellt und im Internet ein Superheldenkostüm bestellt. Zwar muss er feststellen, dass man mit einem tollen Anzug noch keine Hauswand erklimmen kann. Und der erste Einsatz endet mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus.

Auf der Suche nach Filmen?

DVD-Verleih der Kreiszeitung

Aber davon lässt sich Dave nicht beirren. Gleich der zweite Auftritt als „Kick-Ass“ ist da schon erfolgversprechender: Er schlägt ein paar miese Typen in die Flucht. Den Möglichkeiten des digitalen Zeitalters sei Dank, erfährt gleich die ganze Welt von der großen Tat: „Kick-Ass“ ist ein Superheld!

Schnell wird aber klar, dass er nicht der einzige ist, der maskiert unterwegs ist: „Hit Girl“ (Chloë Moretz) und Comicfan Nicolas Cage in der Rolle des „Big Daddy“ – die beiden führen eine nicht ganz normale Vater-Tochter-Beziehung – haben noch eine Rechnung mit Gangsterboss Frank D’Amico (Mark Strong) offen. Was die beiden antreibt, offenbart eine animierte Comic-Sequenz in der Mitte des Films.

Zwischen Rachegedanken und der Sorge um seine Tochter verfolgt der halb wahnsinnige Damon Mac ready mit der elfjährigen Mindy, die erschreckend perfekt mit Samuraj-Schwert und Ninja-Sternen hantiert, die D’Amico-Truppe.

Darum bekommt „Kick-Ass“ Dave ein größeres Problem: Frank D’Amico verdächtigt ihn, seine Leute umzubringen und bläst zur Jagd auf den hilf- und sorglosen New Yorker Teenager, der im Gegensatz zum bestens ausgebildeten Vater-Tochter-Team (in Anlehnung an Batman und Robin) keinerlei Superkräfte zu bieten hat.

Und dann kommt noch ein weiterer Superheld ins mit zahlreichen blutigen Actionszenen und witzigen Dialogen gespickte Spiel: „Red Mist“, wunderbar dargestellt von Christopher Mintz-Plasse, will „Kick-Ass“ hinterlistig in eine Falle locken. Der Sohn ringt mit zweifelhaften Methoden um die Anerkennung des Vaters – Frank D’Amico – und die Integration in dessen Machenschaften. Die Wege der vier Superhelden verweben sich mehr und mehr, bis sie sich im actiongeladenen Höhepunkt über den Dächern New Yorks wiederfinden.

„Kick-Ass“ ist eine gelungene Comicverfilmung, in deren Verlauf sich schnelle Kampfszenen mit wortgewandten Dialogen abwechseln. Herrlich erfrischend wirken die zahlreichen parodistischen Anspielungen auf das Comic-Genre und Superhelden wie „Batman“, „Superman“ oder „Spiderman“, ohne diese dabei ins Negative zu rücken. Trotz der zum Teil sehr real wirkenden, brachialen und blutrünstigen Gewalt-Einlagen bleibt genug Zeit zum Lachen. Ein Film mit überzeugenden Darstellern, der in einigen Elementen an Quentin Tarantinos „Kill Bill“ oder „Sin City“ erinnert.

CineStar: 17.40, 20.20, Fr+Sa auch 23.10 Uhr

Cinemaxx: 14.10, 17, 19.45 (Fr 19.50), 22.45 Uhr

Cinespace: 17.30, 20, 22.45 Uhr

WWW.

kick-ass-film.de

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