Fragen und Antworten

100 Jahre „Seute Deern“: Süßes Mädchen im Trockendock

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Die „Seute Deern“ ist ein maritimes Wahrzeichen Bremerhavens. Jetzt gibt es Planungen für den Erhalt des Schiffs. „Wir brauchen voraussichtlich sehr viel Holz“, sagt Projektleiter Lars Kröger.

Bremerhaven – Ihre Zukunft war ungewiss, nachdem im Februar ein Großfeuer an Bord gewütet hatte. Nun aber ist die „Seute Deern“, eines der maritimen Wahrzeichen Bremerhavens, sozusagen wieder auf Kurs. Rechtzeitig zur 100-Jahr-Feier des Traditionsschiffs sind die „Segel für die Zukunft gesetzt“, wie ein Sprecher des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) in Bremerhaven sagt. Fragen und Antworten zum Thema.

Was soll gemacht werden?

Sehr, sehr viel. Die denkmalgeschützte „Seute Deern“ („süßes Mädchen“) war schon vor dem Brand sanierungsbedürftig. Der Bund beteiligt sich mit 17 Millionen Euro an der Instandsetzung. Gesamtkosten: 32 Millionen Euro.

Womit geht‘s los?

„Wir müssen im Rahmen einer Risikoanalyse sorgfältig prüfen, wie wir die Substanz des Schiffes effektiv und langfristig erhalten können, was technisch möglich und in Bezug auf die Kosten umsetzbar ist“, so Dr. Lars Kröger, Projektleiter für die Sanierung des Großseglers sowie die Umgestaltung des Museumshafens. Das 75-Meter-Schiff soll zentraler Teil des neuen „Port Centers“ werden, das den Museumshafen mit dem Außengelände am Alten Hafen neu verbindet. 1,4 Millionen Euro – zur Hälfte finanziert vom Land Bremen und der Stadt Bremerhaven – stehen zunächst für die Prüfung verschiedener Sanierungsvarianten zur Verfügung, hieß es am DSM.

Was macht das Schiff so bedeutend?

„Die ,Seute Deern‘ ist europaweit der einzige erhaltene, rein zivil genutzte hölzerne Großsegler“, so Kröger. „Damit stellt sie ein wichtiges historisches Kulturgut und einen Teil des internationalen maritimen Kulturerbes dar.“

Wie beginnt die Geschichte der „Seuten Deern“?

Anno 1919 lief das aus Nadelholz gebaute Schiff im US-Bundesstaat Mississippi als Gaffelschoner „Elisabeth Bandi“ vom Stapel. Gedacht war das Schiff für den Transport von Holz. In den 30er Jahren wurde es an einen finnischen Reeder verkauft und hieß nur noch „Bandi“. 1938 übernahm ein Hamburger Reeder das Schiff und ließ es umbauen. Auffällige Neuerung: eine große Galionsfigur am Vordersteven, die „Seute Deern“, die dem Schiff fortan den Namen gab.

Wann kam die „Seute Deern“ nach Bremerhaven?

Nach Jahren als Schul-, Restaurant- und Hotelschiff legte sie 1966 im Alten Hafen von Bremerhaven an. Die Stadt Bremerhaven schenkte die „Seute Deern“ dem Schifffahrtmuseum zu seiner Gründung im Jahr 1971.

Wie wollen die Bremerhavener das Traditionsschiff sanieren?

Am liebsten möchten die Experten um Kröger die „Seute Deern“ aus dem Wasser holen. „Dafür wäre der Bau eines Trockendocks im Alten Hafen erforderlich“, so der DSM-Sprecher. „Es hätte den großen Vorteil, dass auf diese Weise die verschiedenen Arbeiten am und im Schiff im Rahmen einer ,Erlebniswerft‘ für die Öffentlichkeit sicht- und erlebbar gemacht werden könnten.“

Und nach der Sanierung?

„In einem solchen Dock könnte die ,Seute Deern‘als Mittelpunkt des Außengeländes dann auch über die Sanierungsphase hinaus bleiben“, so Kröger. „Die unvermeidliche kontinuierliche Zersetzung des Rumpfes durch das Wasser kann so aufgehalten werden.“ Sanierungskosten, die alle zehn bis 15 Jahre anfallen, ließen sich auf diese Weise – so die Hoffnung – „deutlich reduzieren“.

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