Deutsche Bank in Bremen profitiert von konservativen Strategien ihrer Kunden

Die Suche nach Sicherheit

Bremen - Von Jörg Esser„Die Kunden suchen nach Sicherheit.“ Und sie steuern auf dieser Suche in Bremen immer häufiger die Deutsche Bank an. Das Geldinstitut notierte für 2011 „ein gutes Geschäftsergebnis in bewegten Zeiten“, wie das Spitzentrio Dirk Braun, Ludwig Blomeyer-Bartenstein und Dr. Martin Klinkhammer gestern bei der Vorlage der Jahresbilanz hervorhob.

„Wir haben im vergangenen Jahr so viele Beratungsgespräche geführt wie nie zuvor“, sagt Braun, der fürs Privatkundengeschäft zuständig ist – und zwar für Bremen und die Region Weser/Ostwestfalen, die vom Domshof aus betreut wird. Die Zahl der Privat- und Geschäftskunden beziffert Braun auf 450 000 in der Region und auf 86 000 im Bremer Stadtgebiet. Das Geschäftsvolumen betrug Ende 2011 rund 9,3 Milliarden Euro (in Bremen: 1,8 Milliarden). Die Zahl der Mitarbeiter im Privatkundengeschäft lag bei 678, 93 davon sind in Bremen stationiert.

Der „Konservatismus“ der Anleger kommt der Deutschen Bank offensichtlich zugute. Im Festzins-Sparen seien 2011 in der Region 447 Millionen Euro, in Bremen 95 Millionen Euro neu angelegt worden. Die Bremer Privat- und Geschäftskunden haben der Bank 814 Millionen Euro anvertraut, 9,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In der Baufinanzierung verzeichnete das Institut im Neugeschäft eine Zuwachsrate von 25 Prozent. „Das wirkt sich in unseren Zahlen sehr angenehm aus“, so Braun. Das Baufinanzierungsvolumen erreichte in der Region einen Wert von 2,2 Milliarden Euro und damit drei Prozent mehr als im Vorjahr. In Bremen lag das Volumen bei 304 Millionen Euro (plus 1,7 Prozent). Zudem registrierte Braun eine „Renaissance des Versicherungsgeschäfts“. Die Kunden stockten ihre Beiträge zur Altersvorsorge um 23,3 Prozent auf.

Auch das Mittelstandsgeschäft habe sich in Bremen gut entwickelt, sagt der für Firmenkunden zuständige Geschäftsleiter Blomeyer-Bartenstein. Das Kreditvolumen stieg um zwölf Prozent. Der Mittelstand sei robust. Doch nur sechs von zehn Unternehmen managen Risikofaktoren wie steigende Rohstoffpreise und Währungssschwankungen systematisch. „40 Prozent fahren offene Risiken“, sagt Blomeyer-Bartenstein, „das sehen wir mit Sorge.“ Im Offshore-Markt sei die Bank „noch sehr zurückhaltend“, verweist Blomeyer-Bartenstein auf die „erheblichen Risiken“ bei der Windernte auf hoher See.

Das Geschäft mit vermögenden Privatkunden ist ebenfalls weiter gewachsen, sagt Dr. Klinkhammer, der fürs „Private Wealth Management“ zuständig ist. Auch die Kunden mit den prallgefüllten Geldbeuteln suchten Sicherheit. Klinkhammer verweist auf ein Comeback des Investments in Immobilien. „Der Trend geht zum Einzelobjekt.“

Und noch etwas: Die Deutsche-Bank-Filiale am Domshof wird in diesem Jahr umfassend saniert – laut Braun „für einen deutlich siebenstelligen Betrag“.

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