Auf der Suche nach dem Lebensglück

Maria von Bismarck inszeniert Tschechow

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Maria von Bismarck inszeniert Tschechows „Onkel Wanja“ am integrativen „Theater 11“ (Faulenstraße). 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Ich liebe Kammerspiele“, sagt die Schauspielerin und Regisseurin Maria von Bismarck, die seit vielen Jahren in Bremen heimisch ist. „Wenn das so nah ist, das hat einen großen Vorteil.“ Die unmittelbare Wirkung, die Interaktion zwischen Bühne und Publikum. . . als Kammerspiel inszeniert von Bismarck jetzt „Onkel Wanja“ – frei nach Anton Tschechow – bei Kira Petrov im „Theater 11“ (Faulenstraße 44–46). Premiere: Freitag, 20. April, 20 Uhr.

Es ist Theaterarbeit unter besonderen Bedingungen und mit besonderen Möglichkeiten. Kleines Haus, integrative Bühne mit russischen und deutschen Darstellern. „Wenn man an einem Abend drei Menschen aufs Tiefste erreicht, dann ist das mehr wert als 500 ein bisschen“, sagt Maria von Bismarck.

Tiefe – ja, die findet sich natürlich bei Tschechow. Die Tiefe und die sprichwörtliche russische Seele. „Tschechow hatte die Begabung, komplexe Persönlichkeiten zu entwerfen, die sehr vielschichtig sind“, so die Regisseurin. „Es sind Menschen, die knapp an ihrem Glück vorbeilaufen, so knapp. Das ist ein Haar dazwischen. . .“ Acht Hauptfiguren umkreisen einander – auf der Suche nach dem Lebensglück. „Wir sehen wie mit einem Brennglas in die Seelen der Menschen“, so von Bismarck. „Da kann jeder Mensch den aktuellen Bezug herstellen, sich wiederfinden. Ein ganz aktuelles Thema in dem Stück ist Burnout. Menschen, die sich verschlissen haben.“ Zugleich leiste man – jenseits aller Auseinandersetzungen und Klischees – Alltagsarbeit für das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland. Dazu passt, dass es eine bilinguale Inszenierung ist – wenn‘s um die russische Seele geht, kommt auf der Bühne auch die russische Sprache ins Spiel. Hinzu kommen russische Lieder und Tänze.

Maria von Bismarck selbst war es gewesen, die zu Petrov gesagt hatte: „Macht doch mal einen Tschechow.“ Antwort: „Mach‘ Du das doch bei uns.“ Eintrittskarten (zwölf Euro) gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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