Auftakt: Prozess gegen mutmaßliche Räuber

Sturmgewehr im Kofferraum

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Die Angeklagten (34, 2. v.l., und 28, ganz rechts verdeckt durch eine Robe) werden in den Gerichtssaal geführt. Weiter im Bild: Anwalt Wilfried Behrendt (Mitte) und sein Kollege Axel Holtfort (r.).

Bremen - Von Steffen Koller. Sie sollen versucht haben, einem Mann 30.000 Euro zu rauben– und sind laut Anklage dabei äußerst brutal vorgegangen. Seit Montag müssen sich zwei Angeklagte (28 und 34 Jahre alt) vor dem Landgericht unter anderem wegen schweren Raubes verantworten.

Der Prozessauftakt war von einem großen Polizeiaufgebot geprägt – und von der Frage, mit wem es das Gericht im Fall des 28-Jährigen wirklich zu tun hat. Er soll den Behörden unter mehreren Namen bekannt sein. Mannschaftswagen, lange Schlangen vor der Einlasskontrolle, bewaffnete Beamte – der Prozess begann unter hohen Sicherheitsvorkehrungen.

Mehrfache Erpressung

Nach Schilderungen der Staatsanwaltschaft fanden Polizeibeamte im September vorigen Jahres unter anderem ein Sturmgewehr und eine Maschinenpistole (mit mehr als 100 Schuss Munition) im Kofferraum eines BMW, den die Ermittler den Angeklagten zuordnen. Die beiden Männer hätten damit – als „Teil einer Gruppierung, die sich zur Fortsetzung von Raub- und Erpressungsdelikten zusammengeschlossen hatte“ – ihren Forderungen Nachdruck verliehen.

Schon im August sollen die Angeklagten mit mindestens drei weiteren Personen ihr Opfer zweimal aufgesucht und 30.000 Euro erpresst haben. Unter Anwendung von Schlägen, Tritten und einem Messer hätten sie den Mann aufgefordert, ihnen das Geld zu geben. Als dieser sich wehrte, hätten sie seine Geldbörse mit 70 Euro gestohlen und ihre Forderung ein paar Tage später erneut mit Gewalt unterstrichen. Dazu sollen sie das Opfer an dessen Garage im Stadtteil Mahndorf abgepasst haben. Zuletzt soll einer der Angeklagten dem Mann 300 Euro gestohlen haben.

Einer der beiden Angeklagten sei zu Gesprächen bereit

Zu Prozessbeginn schwiegen beide Männer, nur einer machte die obligatorischen Angaben zu seiner Person. Der 28-Jährige wollte weder den in der Anklage stehenden Namen bestätigen noch mitteilen, wie sein tatsächlicher Name laute, übersetzte eine Dolmetscherin. Anwalt Wilfried Behrendt erklärte für den 34-Jährigen, die „Vorwürfe werden pauschal bestritten. Er hat damit nichts zu tun.“ Axel Holtfort, Anwalt des anderen Angeklagten, ließ verlauten, man „würde sich Gesprächen nicht verschließen“.

Es sind 14 weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für Ende Juni erwartet.

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