Vor dem Lockdown: Viel Betrieb in der Bremer City

Sturm vor der Ruhe

Betrieb in der Obernstraße, ein Radler, der da gar nicht fahren darf: Es war viel los am Montag in der Bremer City, doch die Menschen blieben auf Abstand. Sie nutzten die kurze Zeit vor der Schließung der Geschäfte am Mittwoch, um die letzten Weihnachtsgeschenke zu kaufen.
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Betrieb in der Obernstraße, ein Radler, der da gar nicht fahren darf: Es war viel los am Montag in der Bremer City, doch die Menschen blieben auf Abstand. Sie nutzten die kurze Zeit vor der Schließung der Geschäfte am Mittwoch, um die letzten Weihnachtsgeschenke zu kaufen.

Bevor Deutschland am Mittwoch in den Lockdown geschickt wird, war es in der Bremer City am Montag voll. Viele wollte noch schnell die letzten Weihnachtsgeschenke kaufen.

  • Bevor die Geschäfte schließen müssen: Shoppen in der Bremer Innenstadt.
  • Viele Rabatte für die Kunden.
  • Verstärkte Kontrollen der Corona-Regeln.

Bremen – Trotz Corona herrscht am Montag Hochbetrieb in der Bremer Innenstadt, etwa in der Obernstraße und der Sögestraße. Warteschlangen bilden sich beispielsweise vor der Thalia-Buchhandlung, dem Bremer Ratskeller und auch vor Parfümerien. Der Sturm vor der Ruhe ab Mittwoch, wenn Deutschland wieder in den Lockdown geschickt wird.

Der Einzelhandel verspricht Prozente. An den Geschäften weisen Schilder auf hohe Rabatte hin. Ein Trend, von dem auch Jens Ristedt, Vorsitzender der Bremer City-Initiative und Inhaber eines Modegeschäfts in der Ansgaritorstraße, spricht. Normalerweise würde es Nachlässe zwischen Weihnachten und Neujahr geben. Diese würden jetzt vorgezogen. „Viele Geschäfte haben die Öffnungszeiten verlängert, damit entzerrtes Einkaufen möglich ist“, sagt Ristedt. „Dem stationären Handel wird das Weihnachtsgeschäft verhagelt. Es wird ganz schön schwer“, sagt er. Ristedt skizziert auch Lösungen für die Zeit des Lockdowns. Es sei eine Forderung des stationären Handels, dass die Abholung von Waren ermöglicht werden muss, etwa nach Vorbild der Gastronomie. Eine Zustellung könne zudem per Paketdienst erfolgen. Manche Fachgeschäfte könnten die Ware auch persönlich bringen, sofern diese das zulässt.

Bremen: Große Verluste im Weihnachtsgeschäft

Ralf Walther, Inhaber von „Bremer Juwelier“, hat Anfang des Monats trotz Corona einen zweiten Standort im Katharinenklosterhof nahe der Sögestraße eröffnet. Das Unternehmen sei seit 1981 in Bremen. Walther spricht von mehreren Umzügen. Neben dem Geschäft und einem Büro, ebenfalls mit Warenausstellung, ist der Juwelier mit einem umfassenden Shop im Internet vertreten. Das gleiche einiges aus, sagt Walther. Dennoch schätzt er, dass Corona ihn um mehr als die 50 Prozent des Weihnachtsgeschäfts bringt. Er erinnert sich ans Geschäft vor 20 Jahren. Damals seien vor dem Fest 200 Kunden täglich gekommen. Auch Walther hat einige Waren stark reduziert. Das habe er auch schon im ersten Lockdown gemacht. Verkauft werde immer noch „querbeet“, alles, was das Sortiment hergibt, darunter neuer und antiker Schmuck oder auch Uhren.

Hochbetrieb bei den Friseuren. Das Telefon klingelt ununterbrochen, wollen einen Termin. Einige Friseure öffneten kurzerhand bis in den späten Abend.

Handelskammer Bremen fordert schnelle Hilfen für Einzelhandel

Die Bremer Handelskammer fordert, dass der Bund mit dem verschärften Lockdown auch die Überbrückungshilfen anpassen und verbessern soll. Das Geld müsse schnell bei den Unternehmen ankommen. „Für den Einzelhandel in der Innenstadt und in den Stadtteilzentren wird der Lockdown trotz allem katastrophale Auswirkungen haben“, heißt es weiter. Viele Unternehmen hätten noch nicht die Folgen der ersten Schließung im Frühjahr verarbeitet. Bei einer erzwungenen Schließung würden weite Teile des Einzelhandels von hohen Fixkosten geradezu erdrückt. Im Interesse des gesamten Einzelhandels müsse die Ankündigung von Bund und Ländern, in den Supermärkten keine breitangelegten Nebensortimente und Aktionsartikel zuzulassen, auch realisiert werden. „Für die weitere Entwicklung bei den pandemiebedingten Einschränkungen plädieren wir ausdrücklich dafür, dass regionale Inzidenzwerte stärker berücksichtigt werden“, so die Handelskammer.

Der Bremer Juwelier Ralf Walther mit einer edlen Uhr.

Bremen: Dürfen die Schausteller bleiben?

Auch an den Buden der Schausteller in der Innenstadt herrscht Betrieb – und eine gewisse Ratlosigkeit. Es ist noch nicht offiziell bekannt, ob es nach dem Shutdown am Mittwoch weitergeht, sagt Susanne Robrahn (47), Inhaberin des Stands „Pommes Fritz“ auf dem Marktplatz. Das bestätigen weitere Schausteller. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hatte am Freitag zunächst von Schließung gesprochen, am Sonntag jedoch gesagt, die Buden könnten geöffnet bleiben. Die Betreiber dürften ihr gastronomisches Angebot jedoch nur noch als Außer-Haus-Verkauf verpackt anbieten. Ein Verzehr, etwa von Pommes, sei dann in der Innenstadt nicht mehr erlaubt. Von dieser Variante geht auch das Wirtschaftsressort nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt aus. Aufschluss bringt am Dienstag oder Mittwoch die Neufassung der Corona-Verordnung.

Wegen des großen Trubels vor dem Lockdown kündigen Polizei und Ordnungsamt verstärkte Kontrollen an. Die Teams wollen sich insbesondere auf die Einhaltung von Mindestabstand und Maskenpflicht im öffentlichen Raum sowie vor und in Geschäften konzentrieren, hieß es aus dem Innenressort.

Corona-Kontrollen in Bremen: Party im Hotel

Keine Maske, kein Abstand, keine Hygienemaßnahmen – und Party im Hotel. 147 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten haben die Einsatzkräfte bei Corona-Kontrollen am Wochenende geschrieben. Das teilte am Montag das Innenressort mit.

Am Freitagabend mussten sieben Stände, an denen Glühwein ausgeschenkt wurde, schließen. Grund: Die Betreiber ließen es zu, dass „viele Personen im direkten Umfeld zu nah beieinanderstanden und den Mindestabstand nicht einhielten“, so die Ressortsprecherin. Polizei und Ordnungsamt wiesen am Montag erneut darauf hin, dass der Verzehr von Essen und Getränken in der Nähe von Verkaufsstellen und dort, wo Maskenpflicht herrscht, nicht im Gehen erlaubt ist. Das gilt übrigens auch fürs Rauchen und Telefonieren ohne Maske.

In der Nacht zu Sonntag lösten Polizeikräfte eine Feier mit 13 Gästen in einem Hotelzimmer in der City auf. In der Folgenacht beendete die Polizei in einem Kleingartengebiet eine Geburtstagsfeier mit sieben Personen aus sieben unterschiedlichen Haushalten. Nicht zuletzt wegen Partys wie dieser wird nun ganz Deutschland in den Lockdown geschickt.

Lediglich 18 neue Corona-Fälle (gesamt seit März: 11 743) meldete am Montag das Gesundheitsressort für das Land. In der Stadt Bremen sank der Inzidenzwert auf 134. Ein weiterer Mensch mit Covid-19 starb, bislang insgesamt 159. Aktuell gibt es 1 650 bestätigte Infizierte, davon 1 404 in der Stadt Bremen. 173 Corona-Patienten liegen in Kliniken, 40 auf Intensivstationen. (gn)

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