Studium für Flüchtlinge: Quante-Brandt stellt Hochschulen Mittel in Aussicht

„Schlüssel zur Integration“

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Eva Quante-Brandt

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Bremen möchte qualifizierten Flüchtlingen den Zugang zu Hochschule und Uni ermöglichen – und erleichtern. Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) hat sich gestern mit Vertretern der Einrichtungen getroffen. Eine zentrale Rolle soll eine „Clearingstelle“ spielen, die Bremen einrichten möchte.

Bei Flüchtlingen mit fehlenden Papieren soll sie beispielsweise Qualifikationen prüfen. Uni-Rektor Bernd Scholz-Reiter schätzt die Zahl studierwilliger Flüchtlinge mit einem akademischen Hintergrund in Bremen auf etwa 500. Die meisten von ihnen kommen nach Angaben des Integrationsrats aus Syrien. Es gelte, sich „flexibel“ auf die Bildungsbiographien der Menschen einzustellen, sagte Scholz-Reiter.

Erst Gasthörer-Status, anschließend Vorbereitungsstudium mit gleichzeitigem Deutschkursus, dann reguläres Studium – so wurde der Weg gestern beschrieben. Keine Dokumente über eine Hochschulzugangsberechtigung, keine Deutschkenntnisse, die Finanzierung des Studiums – diese Punkte nannte Quante-Brandt gestern als mögliche Hürden. Die geplante Anlaufstelle soll bei potenziellen Studenten ansetzen, die keine Papiere über akademische Zugangsberechtigungen oder Qualifikationen vorlegen können. Interviews – zunächst etwa in englischer Sprache – und Test könnten hier für weitere Klarheit sorgen.

Was die Deutschkenntnisse angeht, wird das Level „C1“ erwartet – eine Kompetenzstufe knapp unter muttersprachlichen Kenntnissen. Das Kursangebot soll ausgeweitet werden. Und die Studienfinanzierung? Hartz-IV-Empfänger müssen sich für den Arbeitsmarkt bereithalten, also scheidet das aus. Bleibt die Möglichkeit, Flüchtlingen Zugang zum Bafög zu ermöglichen. Hier, so Quante-Brandt, sei der Bund gefordert. Ab Januar können Flüchtlinge nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland Bafög beziehen.

Bremens Hochschulen bekommen derweil zusätzliche Mittel, um auf den ansteigenden Bedarf durch studierwillige Flüchtlinge reagieren zu können. Das hat Quante-Brandt den Einrichtungen gestern zugesagt. Es sei nicht nur im Interesse der Flüchtlinge, sondern auch im Interesse der Bremer Wissenschaft und Wirtschaft, Qualifikationen und Talente zu fördern und besonders begabte Flüchtlinge an ein Vollstudium heranzuführen, hieß es weiter. „Bildung ist der Schlüssel zu einer gelungenen Integration“, sagte Quante-Brandt. Erste Flüchtlinge, so der Plan, könnten zum Wintersemester 2016/17 immatrikuliert werden.

Unter dem Titel „In Touch“ gibt es an der Uni schon seit einiger Zeit ein Gasthörer-Programm, an dem sich gegenwärtig 140 Flüchtlinge beteiligen.

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