Kleinste Bundesland als Vorreiter

Studie: Bremen bei Inklusion bundesweit führend

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 Eine behinderte Schülerin sitzt am 01.11.2011 in ihrem Rollstuhl im Klassenraum einer Integrierten Gesamtschule (IGS). In keinem anderen Bundesland lernen so viele behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam wie in Bremen.

Bremen/Gütersloh - Bremen kann auch Spitze sein. Bei der Inklusion ist das kleinste Bundesland Vorreiter. Nirgendwo in Deutschland gehen so viele Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam zur Schule.

In keinem anderen Bundesland lernen so viele behinderte und nichtbehinderte Schüler zusammen wie in Bremen. Im Schuljahr 2011/2012 besuchten dort nach einer am Montag veröffentlichten Studie 55,5 Prozent der Kinder mit besonderem Förderbedarf eine reguläre Schule, deutschlandweit waren es 25 Prozent. Niedersachsen kommt dagegen bei der Inklusion im Bundesvergleich nur auf einen der hinteren Plätze.

Wie aus der im Auftrag der Bertelsmann Stiftung entstandenen Studie hervorgeht, ist Bremen bei der Umsetzung bundesweit führend, gefolgt von Schleswig-Holstein und Berlin. Der Bildungsökonom Klaus Klemm bescheinigt aber auch Niedersachsen Fortschritte. Hier stieg der Anteil der Förderschüler an regulären Schulen von 6,6 Prozent (2008/2009) auf 11,1 Prozent (2011/2012).

Auch den Anteil der Sonderschüler konnte Bremen nach der am Montag vorgestellten Untersuchung in den vergangenen Jahren deutlich senken. Im kleinsten Bundesland besuchten im Schuljahr 2011/2012 nur noch 2,8 Prozent der Kinder eine separate Förderschule. Weniger sind es nur in Schleswig-Holstein mit 2,7 Prozent. Bundesweit lag die Quote bei 4,8 Prozent. Niedersachsen kam auf 4,3 Prozent.

Als positiv werteten die Bildungsexperten die Entwicklung der Förderquote in Niedersachsen. In keinem anderen Bundesland ist der Anteil der Kinder, bei denen ein besonderer Förderbedarf festgestellt wird, so niedrig. Während bundesweit durchschnittlich 6,4 Prozent aller Schüler Förderbedarf haben, liegt er in Niedersachsen bei 4,9 Prozent. In Bremen rangiert er bei 6,3 Prozent.

Deutschlandweit macht die Studie einen eindeutigen Trend aus: Je älter die Kinder, desto seltener werden sie gemeinsam unterrichtet. Das gilt auch für Bremen, das bei den einzelnen Bildungsstufen ebenfalls Vorreiter ist. Während 93 Prozent der behinderten Kinder in eine reguläre Kita gehen, sind es in der Grundschule 79 Prozent und in der Sekundarstufe 42 Prozent. Damit liegt ihr Anteil nach der Einschulung aber immer noch fast doppelt so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt.

Sowohl für Niedersachsen als auch für Bremen fordern die Experten mehr Geld, um die Inklusion voranzubringen. Nach ihren Berechnungen müsste das kleinste Bundesland jährlich 4,7 Millionen Euro für 66 zusätzliche Lehrer aufbringen. In Niedersachsen sehen sie einen Bedarf von jährlich mehr als 15 Millionen Euro für 215 Lehrer. dpa

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