Studenten unterstützen Flüchtlinge / Auszeichnung von Uni und „Unifreunden“

Motiviert und engagiert

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Tim Engel (v.l.), Sevda Atik und Tarik Nissen engagieren sich mit Kommilitonen für die Flüchtlinge, die an der Universität untergebracht sind.

Bremen - Von Viviane Reineking. „Wir stoßen oft an unsere Grenzen“, gibt Sevda Atik zu. Ihrer Motivation allerdings tut das keinen Abbruch. Gemeinsam mit Kommilitonen kümmert sich die 34-Jährige zwischen Vorlesungen, Hausarbeiten und Klausuren um Flüchtlinge, die am Campus der Bremer Uni untergebracht sind. Für ihr Engagement haben die Universität und die Gesellschaft der „Unifreunde“ die Arbeitsgemeinschaft „Refugees Welcome“ jetzt ausgezeichnet.

Seit dem Sommer stehen Flüchtlingsunterkünfte an der Uni. Aktuell sind etwa 100 unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) in der Sporthalle Grazer Straße untergebracht, in winterfesten Zelten an der Otto-Hahn-Allee leben Familien und alleinstehende Erwachsene, rund 400 Personen insgesamt. Zum festen Kern der AG gehören etwa 20 Aktive. Mit weiteren Helfern unterrichten sie die Asylsuchenden zum Beispiel regelmäßig in Deutsch, organisieren sportliche Aktivitäten wie Fußball und Fitnesskurse für Frauen sowie kreative Angebote.

Gestartet war die AG in den Semesterferien, jetzt aber nimmt das Studium viel Zeit in Anspruch. Davon aber lassen sich AG-Sprecherin Sevda Atik, Tarik Nissen, Samira Alssaedi, Tim Engel und Tom Hoffmann nicht von ihrer wichtigen Aufgabe abhalten. „Dafür fällt bei mir dann auch schon mal eine Vorlesung aus“, sagt Politikstudent Tarik. Und wie der 21-Jährige spricht auch Kunststudentin Samira Alssaedi von einer großen Verantwortung: „Man hat einmal damit angefangen und kann nicht einfach aufhören.“

Mit der Auszeichnung wollen die Uni und die Gesellschaft der Freunde der Universität Bremen und der Jacobs-Universität („Unifreunde“) dieses zivilgesellschaftliche Engagement sichtbar machen und würdigen. Damit verbunden ist ein Betrag von 1000 Euro. Das Geld wollen sich die einzelnen Arbeitskreise der AG teilen. So möchte Doktorand Tim Engel, der die Deutschkurse koordiniert, mit dem Geld Lehrbücher erwerben, Samira könnte sich vorstellen, Eintrittsgelder zu bezahlen oder Kunstmaterialien zu kaufen.

Von Beginn an sei ihnen wichtig gewesen, sich nachhaltig zu engagieren, erzählt Atik. So arbeiten sie bei ihren Aktivitäten mit den Fachbereichen der Uni, dem Rektorat, Schulen, Trägern von Asylunterkünften und anderen Einrichtungen zusammen. Wöchentlich erstellen sie einen Stundenplan mit den Aktivitäten, die in den Unterkünften aufgehängt werden. „Uns war wichtig, den Flüchtlingen eine Regelmäßigkeit zu bieten“, so Tarik. Fußball gibt es beispielsweise sechsmal die Woche, Deutsch steht siebenmal drauf. „Die Kurse sind immer gut besucht“, sagt Engel, der den Lerneifer der Flüchtlinge betont: „Manche machen verblüffende Fortschritte.“

Uni-Rektor Prof. Bernd Scholz-Reiter und Konrektorin Prof. Yasemin Karakasoglu loben die selbstorganisierte Arbeit der studentischen Ehrenamtlichen. Aber auch andere Uniangehörige engagieren sich: Die Bibliothek bietet beispielsweise ihre Computer zur Nutzung an, jeden Sonntag laden Chor und Orchester der Uni zum gemeinsamen Singen ein.

Für das Wochenende organisiert die AG nun erstmal ein Fußballturnier. Folgen sollen ein Kulturcafé, Projekttage mit Schulen und weitere Aktionen. Denn: Trotz Doppelbelastung sprühen die Mitglieder der AG vor Motivation und Ideen.

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