Campus auf dem alten Sparkassenareal?

Bremen: Studenten sollen die City beleben

Der fast leere Bremer Marktplatz spiegelt sich in Wasserpfützen.
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Pandemie-Tristesse: Der fast leere Marktplatz spiegelt sich in Wasserpfützen.

Die Bremer Innenstadt soll zu einem Wissenschaftsstandort gemacht werden. Studenten sollen auf das alte Sparkassenareal ziehen. Das ist das Ergebnis eines Gipfeltreffens.

Bremen – Gipfelzeit in Bremen: Vertreter von Handel und Gastgewerbe, aus der Kultur- und Arbeiternehmerbranche sowie Investoren haben am Freitagabend beim zweiten Innenstadtgipfel mit Senatoren und Bürgerschaftsabgeordneten über die Fortsetzung des Aktionsprogramms Innenstadt diskutiert – per Videokonferenz, versteht sich.

So viel vorweg: Die geplante Umgestaltung der Domsheide und der Martinistraße bleiben Streitpunkte. Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) will, wie mehrfach berichtet, die Straßenbahnen an der Domsheide gebündelt vor dem Konzerthaus Glocke halten lassen. Dafür erntet sie – diplomatich formuliert – wenig Zuspruch. Gegenwind gibt es von den Koalitionspartnern, von Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) und von der Handelskammer. Senatorin Schaefer solle ihre Planung noch einmal überprüfen, hieß es.

Auch das Beharren der Senatorin auf einer Testphase für einen Rückbau der Martinistraße auf zwei Spuren, stößt auf viel Kritik. „Wir sollten sofort mit dem Rückbau beginnen“, sagte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger.

Domsheide bleibt Streitpunkt

Es gab aber auch viel Konsens beim Gipfel. Schließlich sollen wichtige Impulse für eine Attraktivierung der Bremer Innenstadt gesetzt werden. Der neuerliche Lockdown habe die Innenstadt und die Kaufleute hart getroffen, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). Er forderte einen grundlegenden Strukturwandel: „Es kommt jetzt darauf an, die entstehenden Freiräume für neue Ideen zu nutzen, um die Innenstadt zukunftsfähig zu gestalten.“ Schaefer will auf einen „gesunden Mix aus Einzelhandel, Wohnen, Arbeiten, Kultur, Wissenschaft und Gastronomie“ setzen.

Unter anderem soll die City zu einem Wissenschaftsstandort gemacht werden. Ein Campus für bis zu 8 000 Studenten schwebt Bovenschulte vor, ein Uni-Ableger im Zentrum sozusagen. Der Bürgermeister spricht von einer „historischen Chance“. Als Standort ist das ehemalige Sparkassen-Areal am Brill in den Fokus geraten.

„Bremen-Kaufhaus“ soll kommen

Als weitere zentrale Projekte hat der Gipfel die Aufwertung der Wallanlagen unter anderem durch eine Gastronomie auf dem Theaterberg hinter der Kunsthalle sowie die Einrichtung eines „Bremen-Kaufhauses“ mit Warenangeboten „Made in Bremen“ benannt.

Beschlossen wurde zudem die Einrichtung einer Projektgesellschaft als „Kümmerer“, als Ansprechpartner für private Investoren und andere Akteure, als Koordinationsstelle für Projekte. Geplant ist eine dreiköpfige Geschäftsführung der Gesellschaft. Zwei Plätze sind für die Staatsräte aus den Ressorts Bau und Wirtschaft besetzt, der dritte soll ausgeschrieben werden.

Die Weichen für das „Aktionsprogramm Aufenthalts- und Erlebnisqualität Innenstadt“ sind beim ersten Innenstadtgipfel im August 2020 gestellt worden. Der Senat bestückte das Maßnahmenpaket mit 13 Millionen Euro aus dem Bremen-Fonds. Ein Teil der Projekte befinde sich bereits in der Umsetzung, hieß es. Andere Projekte seien durch die Pandemie gebremst worden, so die Neuausrichtung des Wochenmarkts auf dem Domshof. Als Flop stufte Schaefer die roten Stadtmusikanten-Piktogramme auf den Straßenpflastern ein. Diese haben häufig nicht lange überlebt. Die Aktion hat 50000 Euro gekostet.

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