Studenten entwerfen Werkzeug zum Messen, Fräsen und 3D-Drucken

Aus der Theorie in die Praxis

+
Die Studenten Manuel Mattes (l.) und Johann Uphoff (r.) mit Projektbetreuer Arne Bloem an der multifunktionalen Maschine, die sie in ihrem Praxisprojekt mit Kommilitonen entwickelt und gebaut haben.

Bremen - Von Viviane Reineking. Dass ein Studium mehr sein kann als das Büffeln trockener Theorie, zeigte sich für 13 Studenten des Fachbereichs Produktionstechnik – Maschinenbau & Verfahrenstechnik an der Uni Bremen. Sie entwickelten eine multifunktionale Maschine, die Wissenschaftler nun für den 3D-Druck sowie zum Fräsen und Messen nutzen.

Neben den anspruchsvollen fachlichen Aufgaben standen die Hochschüler der Bachelor- und Masterstudiengänge Produktionstechnik und Systems Engineering vor neuen Herausforderungen: Trotz unterschiedlicher Erfahrungen, Kenntnisse und sprachlicher Voraussetzungen mussten die Projektteilnehmer im Team zusammenarbeiten. „Das führte zum einen zu Problemen, es war aber auch interessant, welche Lösungen die Studenten dafür fanden“, so Dr. Jan-Hendrik Ohlendorf vom Institut für Integrierte Produktentwicklung (BIK). Ihre Aufgabe: ein sogenanntes „Flächenportal“ – so werden solche Werkzeugmaschinen auch genannt – für den 3D-Druck, zum Messen und Fräsen zu konstruieren. Das Praxisprojekt ist Pflicht im Studium. Zu lösen ist eine solche Aufgabe nur mit guter Organisation und Aufgabenteilung – ebenso wie später im Berufsleben. Ebenfalls wie in der Realität: Nur 2000 Euro hatten die Studenten zum Einkauf benötigter Bauteile zur Verfügung.

Um die komplexe Werkzeugmaschine zu entwerfen, mussten die Studenten disziplinen- und institutsübergreifend arbeiten. Betreut wurden sie von Ohlendorf und einem Kollegen des Bremer Instituts für Strukturmechanik und Produktionsanlagen (Bime). Hilfe bekamen die Nachwuchsentwickler auch von Wissenschaftlern und technischen Mitarbeitern am Fachbereich, um die mechanischen, elektro-, regelungs- und messtechnischen Herausforderungen zu meistern.

Um mit dem Etat zurechtzukommen, versuchte der Ingenieurnachwuchs, potenzielle Zulieferer für ihr Projekt zu begeistern. Mit Erfolg: „Ohne die Sponsoren hätten wir unsere Ideen wohl nicht umsetzen können“, sagt Student Julian Garr.

Ein Jahr lang hat er mit seinen Kommilitonen an der Maschine gearbeitet. Nicht alles habe so geklappt wie geplant. Deshalb arbeiten bereits die nächsten Studenten daran, die Maschine zu verbessern. „Sie könnte zum Beispiel noch schneller funktionieren“, so Ohlendorf. Er sagt aber auch: „Wir haben keinen Erfolg vorgeschrieben. Die Studenten sollen lernen, ihr Wissen umzusetzen. Darüber erkennen sie auch die große Bedeutung der vielen im Studium zu lernenden und oft als recht theoretisch empfundenen Grundlagen für die spätere berufliche Praxis.“ Motivierend sei solch ein Projekt in jedem Fall: „Es ist spannend, wenn eine Arbeit hinterher nicht in der Schublade landet, sondern praktischen Nutzen hat.“

Die Studenten jedenfalls sind stolz auf das Erreichte: Gedruckt haben sie unter anderem einen Würfel und ein kleines Zahnrad. Außerdem kann die Maschine Dinge dreidimensional vermessen. Dabei tastet eine Laserlinie die Oberfläche ab. Nützlich ist diese Funktion zum Beispiel bei der Nachbildung eines Bauteils, wenn für das vorhandene keine Zeichnungen vorliegen. Am BIK wollen die Wissenschaftler mit dem Gerät vor allem aus Leichtbaumaterialien wie Karbon Geometrien für die Hände von Robotern ausschneiden. Diese sogenannten Effektoren können zum Beispiel Dinge greifen und Werkzeuge führen.

www.fb4.uni-bremen.de

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

„Hoya ist mobil“ 2017

„Hoya ist mobil“ 2017

Treckertreffen in Dreeke

Treckertreffen in Dreeke

Meistgelesene Artikel

Spenden aus dem Bremer Untergrund

Spenden aus dem Bremer Untergrund

Uwe und Nadine Kloska sind „Bremer Unternehmer“ 2017

Uwe und Nadine Kloska sind „Bremer Unternehmer“ 2017

„Die Ware sucht sich den Weg“

„Die Ware sucht sich den Weg“

Wachsende Überstundenzahl bei der Polizei: Mäurer verweist auf Zukunft

Wachsende Überstundenzahl bei der Polizei: Mäurer verweist auf Zukunft

Kommentare