„Street Food Festival“ feiert Premiere

Süß, salzig und scharf

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Uwe (51) vom „Speisewagen“ besprüht Rinderfleisch mit einer Mixtur aus Apfelsaft und Whisky.

Bremen - Von Steffen Koller. Von Auberginenmouse bis Trüffelhonig: Das erste Bremer „Street Food Festival“ hat am Wochenende Hunderte von Menschen in die Überseestadt gelockt. Neben asiatischen und amerikanischen Köstlichkeiten präsentierten die Gourmets aus aller Welt auch ausgefallene Gerichte, was besonders die Hobbyköche unter den Besuchern zu neuen Rezepten inspirierte.

„Authentisch, frisch, lecker“ prangt auf einem Werbeschild vor einem sogenannten Foodtruck. Foodtruck ist zwar englisch, doch stammt das Konzept des „Street Food“ gar nicht von dort, wie Ramon (32) aus Köln verrät. Der Koch, der mit seinem Stand von „Bens & Sons“ extra aus der Domstadt angereist ist, meint: „,Street Food‘ kommt vorrangig aus dem asiatischen Raum. Dort ist es Standard, dass Gerichte auf der Straße zubereitet und serviert werden.“ Und auch in Europa sei dieser Trend schon lange modern, nur werde er nicht so wahrgenommen, sagt Ramon.

Doch damit soll nun endlich Schluss sein, meint auch Uwe (51). Zusammen mit seinen Kollegen und einem 42 000 Euro teuren Smoker, der mittels aromatischen Qualms aus Rinderhack schmackhaftes Burgerfleisch macht, ist er aus Leverkusen nach Bremen gekommen. Auch er sagt, in Deutschland gebe es den „richtigen Hype“ erst seit etwa einem Jahr. Doch jetzt komme er „mit aller Wucht“. Dass das so ist, zeigen auch die Besucher, die probierfreudig von einem Stand zum nächsten gehen. Ob Reisgerichte aus dem Libanon, Burger mit Erdnussbutter, vietnamesischer Nudelsalat, Schokofrüchte, scharfes Curry aus Indien oder in Apfelwein eingelegte Steaks aus Frankreich – die Auswahl ist so groß wie die Vielfalt der Herkunftsländer.

Neben Vielfalt stehe aber noch ein ganz anderer Aspekt im Vordergrund, sagt Ramon: „Das Produkt an sich wird für den Verbraucher immer wichtiger.“ Beim Essen von der Straße könne der Konsument genau sehen, was und wie es zubereitet wird. „Du hast somit eine ganz konkrete Verbindung zum Essen.“ Dem pflichten auch Denise (24) und Daniel (26) bei, die selbst, wie sie sagen, gerne am Herd stehen. „Wir lassen uns gerne inspirieren. Gerade als Hobbyköche ist das der perfekte Rahmen.“

In Zeiten von Gammelfleisch-Skandal und Hormonen im Hühnerschenkel scheinen auch die Verbraucher mehr auf Herkunft und Verarbeitung der Produkte zu achten, wie Sven (36) und Eva (33) bestätigen: „Bio und Fair-Trade ist nicht nur ein Wort, sondern eine Philosophie. So ein Festival schärft das Bewusstsein dafür. Außerdem ist es verdammt lecker!“ Auch Amin (32), Küchenchef im Bremer „Engel Weincafé“, stimmt dem zu und fügt an: „Wir vereinen viele Konzepte zu einem.“ Ob aus Ägypten oder Frankreich, aus Spanien oder den USA – Hauptsache es schmecke gut, so Amin. Na, dann: Guten Appetit!

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