Die Innendeputation beschäftigt sich mit den Problemzonen rund um den Bahnhof

Straßensperrung an der Discomeile

Bei Tag ist manchmal ganz schön viel Verkehr im Bereich der Discomeile. Nachts auch – aber auf andere Weise. Neue Maßnahmen sollen die Lage nun entspannen. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die Problemzonen am und rund um den Bremer Hauptbahnhof haben gestern Nachmittag die Innendeputation beschäftigt. So ging es um die Sicherheit am Nordausgang und die Entwicklung der Discomeile. Ein weiteres Thema waren Straftaten einer Gruppe unbegleiteter minderjähriger Ausländer.

Die oppositionelle CDU hatte einen Bericht zur – so wörtlich – „Kriminalitätslage im Zusammenhang mit der Flüchtlingsmigration“ gebeten. Nach dem daraufhin vom Innenressort vorgelegten Bericht sind im Zeitraum April 2015 bis April 2016 „im Land Bremen 1 987 Minderjährige als Straftäter erhoben worden“. Davon seien 417 als unbegleitete minderjährige Ausländer (Uma) registriert.

Von diesen wiederum seien 37 junge Männer durch besonders viele Straftaten aufgefallen. Anfang Mai saßen 19 Unbegleitete in Untersuchungshaft. „Dies trägt zu einer momentanen Beruhigung der Kriminalitätslage bei“, heißt es im Bericht. Aber auch, dass neben den bisherigen Delikten (wie etwa „Antanzen“) von diesem Täterkreis vermehrt Wohnungseinbrüche begangen würden. Die Maßnahmen am Bahnhof – wie die Kooperation von Bundespolizei und Bremer Polizei – hätten unterdessen „zu einer Abnahme der Eigentumsdelikte in Bahnhof und Bahnhofsnähe geführt“. Aber: „Dies hat nach Auskunft der Bundespolizei in den letzten Wochen teilweise zu einer Verlagerung zu Taschen- und Handgepäcksdiebstählen in Zügen geführt.“

Bundespolizei und Bremer Polizei kooperieren auch am Nordausgang des Bahnhofs. Der gehört als Anbau polizeitechnisch nicht zum Hauptbahnhof und fällt deshalb nicht in die Zuständigkeit der Bundespolizei, sagte Dierk Schittkowski, Abteilungsleiter im Innenressort. Dennoch gehe die Bundespolizei dort auch Streife. „Das funktioniert im Rahmen der guten Zusammenarbeit.“

Dennoch gibt es Probleme, besonders zu Freimarktszeiten. Der Nordausgang wirkt wie ein Nadelöhr, das beklagen auch die Schausteller (wir berichteten). Eine besser (und fester) markierte Sperrfläche vor dem Nordausgang soll nun für Entzerrung sorgen – wie auch der Plan, Besucherströme zu alternativen Treffpunkten in der Nähe, aber eben nicht direkt im Ausgangsbereich, zu lenken.

Gelenkt werden die Besucherströme auch auf der Discomeile – jedenfalls in der Theorie. In der Praxis sieht es oft anders aus. Da kommen sich manche ins Gehege, die besser etwas Abstand voneinander halten sollten. Nur: Für Abstand ist kein Platz.

Das soll sich nun ändern – und das Mittel dazu ist, wie es in allerschönstem Behördendeutsch heißt, eine „Sperrung der einstreifigen Führung stadtauswärts zur Nachtzeit“. Wir wollen das kurz übersetzen. Ab der Kreuzung Herdentorsteinweg soll es (wohl ab 2017) in stadtauswärtiger Richtung zukünftig nur einspurig vorangehen (Hochstraße natürlich ausgenommen).

Dadurch verbreitern sich vor den Hauptlokalen der Discomeile Geh- und Radweg. Nachts – grob gesagt: von Freitagabend bis Sonntagmorgen, also bei Discobetrieb – soll die „einstreifige Fahrspur“ dann „bei hohem Besucheraufkommen für den motorisierten Verkehr gesperrt“ werden, die Hochstraße wiederum ausgenommen. Geplant ist es, diese Variante erstmal ein Jahr lang zu erproben.

Erwünschter Nebeneffekt, das Angeber-Cruising zu verdrängen. Die zunehmende PS-Protzerei durch auf- und abfahrende, meist stark motorisierte Autos macht der Polizei zu schaffen und sorgt auf der Discomeile für erhebliche Probleme. Die temporärer Sperrung an der Discomeile dürfte die „Schaufahrer“ ausbremsen, hofft die Polizei.

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