Bund gibt grünes Licht für Millionen-Förderung

„Straßenbahnlinie 1 wirtschaftlich sinnvoll“

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Eine Straßenbahn der Linie 1: Die Verlängerung der Strecke in Huchting rückt näher. Eine neue Bewertung hat die Wirtschaftlichkeit bestätigt.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Große Freude im Bausressort, lange Gesichter bei den Gegnern: Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 ist wirtschaftlicher als bisher angenommen.

Das geht aus der aktuellen „Standardisierten Bewertung“ hervor, die der Bund – nicht etwa Bremen – geprüft und freigegeben hat. Damit ist der Weg frei für die Millionen-Förderung, denn der Bund trägt 90 Prozent der Kosten. Der Realisierung der 3,7 Kilometer langen Strecke steht damit wohl nichts mehr im Wege.

Die aktuelle Bewertung für den Bau der Linie 1 vom Roland-Center bis zur Brüsseler Straße ergibt nach Angaben von Bauressortsprecher Jens Tittmann einen Nutzen-Kosten-Faktor von 1,38 – und liegt damit deutlich über dem Pflichtwert zur Förderwürdigkeit von 1,0. Notwendig wurde die Aktualisierung laut Tittmann, um den Planungshorizont von 2015 auf 2025 zu erweitern und mit aktualisierten Verkehrsmodellen aus dem Verkehrsentwicklungsplan darzustellen. Das Bundesverkehrsministerium hat diese extern erstellte „Standardisierte Bewertung“ geprüft und freigegeben. Tittmann: „Damit können nun die Bundeszuschüsse fest eingeplant werden.“ Zwei Jahre hat die Prüfung etwa gedauert, die Unterlagen sind „so dick wie ein Telefonbuch“ (O-Ton Tittmann), selbst die Zusammenfassung hat noch 56 Seiten. Die alte Bewertung war fast zehn Jahre alt, was insbesondere die Straßenbahngegner kritisierten. Der alte Wert lag bei 1,09. Die Gegner, teils direkt an der Trasse wohnend, bezweifeln den Nutzen der Linienverlängerung.

Bau- und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) spricht angesichts der neuen Bewertung gar von einem Quantensprung: „Die Verlängerung der Linie 1 ist verkehrspolitisch und wirtschaftlich sinnvoll. Der gute Nutzen-Kosten-Faktor von 1,38 untermauert dies überzeugend und ist vom Bund attestiert. Wir werden nun zügig mit der Realisierung fortfahren.“ Mehr als 16 000 Menschen in Huchting würden mit der Linie erreicht, so Hajo Müller, Vorstandssprecher der Bremer Straßenbahn (BSAG). Er setzt zudem auf die Linie 8 nach Weyhe und (Auto-)Umsteiger aus dem Umland.

Der Bewertung wurde laut Bauressort der Prognosehorizont 2025 mit den Verkehrsmodelldaten 2025 zugrundegelegt. Der Wert beschreibt nach dem vorgeschriebenen Verfahren, dass der Nutzen der Linienverlängerung das 1,38-Fache der Kosten beträgt. Es fließen Zahlen zu Kosten, Fahrgästen und Umweltverschmutzung ein.

Die Linie 1 soll von der jetzigen Endhaltestelle Roland-Center in Huchting über Willakedamm, einen Abschnitt der Bremen Thedinghauser Eisenbahn (BTE) und die Heinrich-Plett-Allee bis Mittelshuchting (Brüsseler Straße) fahren. Die Strecke ist 3,7 Kilometer lang. Die Linie 8 soll bis ins niedersächsische Umland über die Gemeinde Stuhr nach Weyhe-Leeste verlängert werden. Die Gesamtkosten für die Verlängerungen der Linien 1 und 8 gibt das Bauressort mit rund 90 Millionen Euro an. In Niedersachsen verläuft die Strecke größtenteils auf der alten BTE-Trasse (Kosten: 30 Millionen Euro). Die Verlängerung in Bremen wird mit etwa 60 Millionen Euro veranschlagt, weil größtenteils eine neue Trasse entsteht und die Strecke zum Teil zweigleisig wird. Die Stadt selbst muss davon nur zehn Prozent tragen, den Rest zahlt der Bund.

Die Verlängerung der Linie 8 umfasst 9,6 Kilometer und liegt bis auf ein kleines Stück in Niedersachsen. Die Planungen bei Bremens Nachbarn stocken seit Monaten, da das OVG Lüneburg andere Planungskriterien wünscht, als Niedersachsen benutzt hat. Die Bremer Planungen für die Linie 1 berührt das allerdings nicht, wie das Bauressort umgehend klar machte. Hier will man wie geplant die Straßenbahnlinie verlängern.

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