Renntag nicht erlaubt / Unverständnis beim Verein

Bremen: Stört der Galoppsport?

Verwaist: die Tribühne auf der Galopprennbahn in der Vahr. Werden hier bald wieder Zuschauer Platz nehmen? Der Bremer Rennverein wollte einen Renntag veranstalten, doch der wurde nicht genehmigt. Der Regionalausschuss Rennbahngelände will hier keinen Galoppsport mehr.
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Verwaist: die Tribühne auf der Galopprennbahn in der Vahr. Werden hier bald wieder Zuschauer Platz nehmen? Der Bremer Rennverein wollte einen Renntag veranstalten, doch der wurde nicht genehmigt. Der Regionalausschuss Rennbahngelände will hier keinen Galoppsport mehr.

Bremen – Ein für September geplanter Renntag des Bremer Rennvereins ist nicht genehmigt worden. Das stößt auf Unverständnis beim Bremer Rennverein. Das Wirtschaftsressort weist als Gründe für die Ablehnung auf zwei Kriterien hin, die für Zwischennutzungen erfüllt sein müssen.

Es seien Projekte zu bevorzugen, die „der Nachbarschaft dienlich sind“. Auch dürften Zwischennutzungen keine anderen Nutzungen ausschließen. Da sich der (beratende) Regionalausschuss gegen Galopprennen ausgesprochen habe, sei davon auszugehen, dass diese Nutzung „von der Nachbarschaft nicht erwünscht ist“, so das Wirtschaftsressort. Das Ressort ist im Lenkungsausschuss der Zwischenzeitzentrale (ZZZ) vertreten, der für Entscheidungen zu Zwischennutzungen zuständig ist.

Oliver Hasemann, Diplom-Ingenieur der Raumplanung bei der ZZZ, spricht von drei Nachfragen in den vergangenen Monaten, die der Rennverein nicht beantwortet habe. Bei diesen sei es unter anderem darum gegangen, wie Störungen und Einschränkungen anderer Zwischennutzungen durch den Renntag vermieden werden können und ob der Verein den Renntag durchführen könne, wenn beispielsweise ein Teil des Geläufs, die Ställe oder die Parkplätze nicht zur Verfügung stünden, so Hasemann. Über einen Teil der Flächen verfüge die ZZZ nicht.

In der Absage des Renntages habe es geheißen, wenn der Rennverein den Regionalausschuss mit einem neuen Konzept überzeugen könne, sei eine erneute Befassung mit dem Thema in der Lenkungsgruppe möglich, sagt Hasemann weiter.

Der Präsident des Rennvereins, Frank Lenk, bezweifelt, dass die Nachbarschaft keine Rennveranstaltungen haben wolle. Ihn interessiert, woran die angebliche Ablehnung durch die Nachbarn festgemacht werde, ob es womöglich eine Umfrage gebe, die das belege. Lenk bestreitet, der ZZZ Antworten schuldig geblieben zu sein. „Ich sage in aller Deutlichkeit: Das stimmt nicht“, betont er. „Alles, was man haben wollte, haben wir eingereicht.“ Sogar der Dachverband „Deutscher Galopp“ sei in den Prozess eingebunden gewesen.

„Für Aufbau, Durchführung und Abbau brauchen wir zwei Tage, und wir sind auch gerne bereit, andere Veranstaltungen mit zu integrieren“, sagt Lenk. Für ihn ist die Sache klar: „Man will uns langfristig nicht. Uns scheint das schon sehr willkürlich zu sein. Wir bleiben aber auch zukünftig gesprächsbereit.“ Der Rennverein werde weiter alles versuchen, um auf der Bahn Galopprennen zu veranstalten.

Jens Dennhardt, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Hemelingen/Sebaldsbrück und Mitglied des Regionalausschusses, plädiert für den sofortigen Schluss mit dem Galoppsport, um andere Nutzungen zu ermöglichen. Der Galoppsport benötige eine riesige Fläche und finde nur sehr selten statt. Auch behindere er die Öffnung des Geländes durch Wege. Dennhardt reichte Ende Januar für die Fraktionen der SPD, Grünen und Linken in den Beiräten Hemelingen und Vahr im Regionalausschuss „Rennbahngelände“ einen Antrag ein, der sowohl das Aus der Galopprennen auf der Rennbahn empfiehlt als auch die sofortige Öffnung des Geländes, die Anlage von Wegeverbindungen und nachhaltige Nutzungen für die nähere und fernere Nachbarschaft.

Was wird es an Veranstaltungen auf dem Areal, dessen von Rot-Grün-Rot favorisierte Wohnbebauung in einem Bürgerentscheid abgelehnt worden war, denn nun stattfinden? Es gibt bereits Zusagen für sportliche Aktivitäten, wie Golf und Bogenschießen, so das Wirtschaftsressort. Auch wurde dem Pferdesportverband ein Kinder- und Jugendturnier im Sommer zugesagt. Weitere Zusagen gibt es den Angaben nach für Umweltinitiativen und die Hochschule Bremen. Diese wolle dort die Natur beobachten, Wildblumen pflanzen, Seminare und Forschungsarbeiten abhalten. Die Oberschule Sebaldsbrück nutzt eine Fläche als außerschulischen Lernort. Geplant sind laut Ressort auch Kulturveranstaltungen und die Präsentation von E-Bike-Prototypen, sofern unter Corona-Bedingungen möglich.

Andreas Sponbiel, Sprecher der Bürgerinitiative „Rennbahngelände“, findet die Ablehnung des Galopprennens „empörend“. Er will am Pferdesport festhalten.

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