Großer Besucherandrang bei den Hochschultagen am Wochenende in Speicher XI

Stöbern im Tagebuch einer Künstlerin

Ein Besucher der Hochschultage im Speicher XI hört sich die Tagesbucheinträge der Studentin Figen Siafi an. ·
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Ein Besucher der Hochschultage im Speicher XI hört sich die Tagesbucheinträge der Studentin Figen Siafi an. ·

Bremen - Viele Menschen schlendern durch die lange Flure der Hochschule für Künste (HfK) Bremen und bestaunen Malerei, Mode, Videoinstallationen, Fotografien, Design- und Bildhauerarbeiten oder lauschen den Konzerten des Fachbereichs Musik. Bei den Hochschultagen herrschte das ganze Wochenende lang ein großer Besucherandrang.

Musik, Stimmen und undefinierbare Geräusche von Klang- und Videoinstallationen schallen über die Flure, an den Wänden hängen großformatige Malereien in grell-bunten Farben, Fotografien oder Zeichnungen. Wenn einmal im Jahr die HfK im Speicher XI ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnet, zeigen die Studierenden ihre Arbeiten und Semesterprojekte. Eine Vielzahl von Arbeiten aus unterschiedlichen Disziplinen sind dann auf den Fluren und in den offenen Atelierräumen ausgestellt, und auch Werkräume wie die Radier-, Siebdruck- oder Modellbauwerkstatt können dann besichtigt werden. „Wenn man sich hier alles genau ansehen will, braucht man schon das ganze Wochenende oder sogar noch länger“, staunt eine Besucherin über das breite Angebot.

In einem der Atelierräume stehen auf zwei schmalen Regalbrettern mehrere kleine und bunte Bücher. Setzt man den daneben hängenden Kopfhörer auf, hört man eine Frauenstimme die Tagebucheinträge aus verschiedenen Jahren vorliest, immer ist es der 11. Februar, immer geht es um typische Themen eines Teenagers, um Liebe, Schmerz, Freundschaft, Identität. „11. Februar“ ist auch der Titel dieser Installation, die die Studentin Figen Siafi aus dem Fachbereich Freie Kunst hier ausstellt. Den Besuchern ist es sogar erlaubt, in ihren insgesamt 21 Tagebüchern aus den 90er Jahren, die im Regal stehen, zu stöbern – das traut sich aber zunächst keiner. Erst als sich eine junge Frau schließlich eines der Tagebücher schnappt, machen andere es ihr nach. „Man hat das Gefühl herumzuschnüffeln und etwas Verbotenes zu tun, aber irgendwie überwiegt dann doch die Neugier“, sagt eine 27-jährige Bremerin.

Einer der Höhepunkte in diesem Jahr war die multimediale Mode-Performance „In Between“ am Sonnabend im BLG-Forum. Im Dialog von Musik, Videoprojektionen, Rauminstallationen und Mode präsentierten junge Designer der HfK knapp 150 Outfits. Eine besondere Rolle spielte dabei die Männermode – dazu entwarfen und realisierten Studenten des Fachbereichs Integriertes Design sogar ein eigenes Magazin „Der schöne Mann“, das im Rahmen der Hochschultage ebenfalls präsentiert wurde und schon gleich ausverkauft war. · sg

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