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Stinksauer: Bremerhaven fliegt aus Bremer Tourismus-Förderprogramm

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Von: Johannes Nuß

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Dunkle Wolken ziehen über der Seebäderkaje in Bremerhaven auf.
Dunkle Wolken ziehen über der Seebäderkaje in Bremerhaven auf: Die Stadt erhält überraschenderweise keinerlei Finanzmittel aus dem Landesprogramm zur Förderung des Tourismus. (Archivbild) © imago

Völlig überraschend ist die Stadt Bremerhaven aus dem Bremer Tourismus-Förderprogramm geflogen. Die Nerven liegen blank in der durch Corona gebeutelten Branche.

Bremerhaven – Dicke Luft in der Seestadt: Bremerhaven ist völlig überraschend aus dem Tourismus-Förderprogramm des Landes Bremen rausgeflogen. Eigentlich war vorgesehen, dass mit dem Programm die Probleme der Tourismusbranche gelindert werden, unter der die Touristiker seit Beginn der Coronapandemie im März 2020 leiden. Eigentlich! Doch jetzt soll plötzlich anders sein. Nur die Stadt Bremen erhält eine Förderung. „Der Ausschluss ist aus meiner Sicht nicht haltbar. Ich befinde mich im entsprechenden Austausch mit dem Senat“, erklärte Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz am Freitag gegenüber kreiszeitung.de.

Bremerhaven fliegt aus Tourismus-Förderprogramm: Wirtschaftsdepution völlig überrascht

Eigentlich machte sich in den vergangenen Tagen und Wochen so etwas wie Optimismus breit bei den Urlaubsanbietern im Land Bremen. Die Übernachtungszahlen gehen langsam wieder nach oben und auch die Tagestouristen wurden zuletzt wieder mehr. Doch dann kam am Dienstagabend, 8. März 2022, der Hammer: Die Stadt Bremerhaven soll im Tourismus-Förderprogramm der Landesregierung nicht weiter berücksichtigt werden. Das berichtet das Regionalmagazin „buten un binnen“ von Radio Bremen.

Die Nachricht kam so überraschend in Bremerhaven an, dass die Wirtschaftsdeputation nicht mehr regieren konnte. Anstatt das Thema in der Sitzung am Donnerstag direkt zu besprechen, musste man sich noch um eine Woche vertagen.

Doch das Geld soll nicht futsch sein, ganz im Gegenteil. Wie es in dem Bericht heißt, soll die geplante Förderung nun komplett an die Stadt Bremen gehen. Allerdings nicht wie ursprünglich geplant aus dem Landesfonds, sondern mit Mitteln aus dem Bremen-Fonds für die Stadt. Das sorgt natürlich für Verstimmung in Bremerhaven, wollte man doch die beiden Städte gemeinsam den Tourismus im Bundesland wieder ankurbeln. In der Seestadt ist man stinksauer!

Bremerhaven fliegt aus Tourismus-Förderprogramm: Hotel- und Gaststättenverband stinksauer

Allen voran der Bremerhavener CDU-Fraktionschef Thorsten Raschen, der bis Dienstagabend davon ausgegangen war, dass die Versprechungen aus Bremen bestand hätten. Nämlich, das der Toursimus Landesangelegenheit ist. Doch nun soll alles anders.

Sauer ist auch der Hotel- und Gaststättenverband in Bremerhaven. Dessen Vorsitzender, Piet Rothe, kocht. Denn eigentlich sei es immer darum gegangen, dass beide Städte Förderungen erhalten und gemeinsam Werbung für das ganze Land gemacht werde. „Dass man sich jetzt entscheidet, das ausschließlich auf die Stadt Bremen zu beziehen, das stößt uns schon bitter auf“, wird Rothe von „buten un binnen“ zitiert. Nach seinem Verständnis gehe man so nicht miteinander um.

Wie es in dem Bericht heißt, werden laut Rothe nun eigene Investition in Bremerhaven gestemmt. Ohne irgendeine Förderung soll dies aus eigenen Geldern gestemmt werden. Denn schließlich gibt es immer noch Probleme aufgrund der Coronapandemie.

Bremerhaven fliegt aus Tourismus-Förderprogramm: Wirtschaftsdeputation beruft Sondersitzung ein

Nachdem die Wirtschaftsdeputation in Bremerhaven am Mittwoch nicht mehr reagieren konnte, wird es in der kommenden Woche eine Sondersitzung in der Seestadt geben. Dann wird man sehen, ob sich alle noch einmal an einen Tisch setzen wollen und die Dinge nochmal ausdiskutiert werden. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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