Stimmiger Horizont

„Mein Kunst-Stück“ mit Peter Obermeier und seinem „Blick aufs Meer“

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„Blick aufs Meer“ heißt das großformatige Bild, das Peter Obermeier hier präsentiert. Maritime Motive prägen die Arbeiten des auf der Insel Föhr geborenen Bremers.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Blick aufs Meer“ heißt Peter Obermeiers Bild, das er in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Im Großformat laufen die Wellen der Nordsee auf den Strand. Maritime Motive prägen die Arbeiten des auf der Insel Föhr geborenen Bremers.

Das Ölbild „Blick aus Meer“ ist gerade erst wenige Wochen alt und markiert für Peter Obermeier eine Entwicklungsstufe. „Es ist eine Ermutigung“, sagt der Künstler. „Ich bin ja kein professioneller Maler und nun froh, einen Stand erreicht zu haben, mit dem ich zufrieden bin.“

Wasser, Wind und Wellen seien besonders schwer zu malen. Bewegung und Licht erzeugten auf der Wasseroberfläche unterschiedliche Spiegelungen, die dicht beieinander lägen. Diese dynamischen Elemente sähen immer anders aus. „Eigentlich kann man sie nicht wirklich so malen, wie sie sind“, sagt der nordfriesische Bremer. 

Bei den Wellen komme noch die Gischt hinzu und der Himmel oder die Wolken haben feine farbliche Abstufungen. Grau ist nicht gleich Grau. Es fließen verschiedene Farben ein, beispielsweise Rottöne. Und auch der Horizont darf nicht beliebig gesetzt werden, denn der Vordergrund soll stimmig sein.

Grad der Abstraktion entscheidend

Obwohl Obermeier als Maßvorlage Fotografien nutzt, ist am Ende der Grad der Abstraktion entscheidend, ob die Illusion einer Meeresbrandung gelingt. Bei der Entscheidung, wann ein Bild fertig ist, ist der Bremer, wie er selbst sagt, „mutig“. Das bedeutet, dass er seine Arbeit beizeiten „verschlimmbessert“. 

„Dann ist das Bild einfach nur ein Element auf dem Wege, mich zu verbessern“, sagt er und lacht. Neben der Malerei widmet sich der 63-Jährige der Fotografie und Bildhauerei. „Von den drei Disziplinen ist mir stets jene am liebsten, die ich gerade ausübe. Sie passen außerdem hervorragend zusammen.“

Auf die Kunst gekommen ist Obermeier 2004 durch ein Burnout. Er bekam Spaß an der Malerei, die therapeutisch gedacht war. Sein Ehrgeiz war geweckt. Obermeier besuchte Kurse, Kunstgruppen und die Bremer Sommerakademie, auch in Fotografie und Bildhauerei stieg der Lehrer ein. Sein erstes Ziel war es, Galionsfiguren zu fertigen. Eine brachte er jüngst auf seine Geburtsinsel Föhr. 

Seine Arbeitsweise beschreibt Obermeier als „wenig diszipliniert, dafür meistens zu lang“. Gerne springt er von einer Disziplin zur nächsten und arbeitet parallel an mehreren Werken. Die Herausforderung ist es für ihn immer noch, „moderat kostendeckend“ zu arbeiten. Aber das gelinge trotz Verkäufe in der Gänze nicht.

„Aber, hallo“ brauchen wir Kunst

Ob wir Kunst brauchen? „Aber, hallo! Kunst wäscht nicht nur, wie Pablo Picasso sagte, den Staub des Alltags von unserer Seele, Kunst hilft auch, im Kopf fitzubleiben. Die Kunst schult den Blick, so dass man sich mit Details, Farben, Formen und Zusammenhängen befasst. Ich bin froh, dieses Privileg, so leben zu dürfen, zu haben.“

Zu den Künstlern, die für Obermeier besonders bedeutend sind, zählen der englische Bildhauer Henry Moore (1898 bis 1986) und der zeitgenössische Hamburger Maler Lars Möller. An Moore bewundert Obermeier dessen Fähigkeit, ein „tolles Zusammenspiel aus Linien“ zu schaffen. Die abstrakten Objekte harmonieren, haben aber auch etwas Trennendes. Möller male teils recht dunkle Landschaften. Er habe wenig Hemmungen, Gegensätze klar zu kontrastieren. Bei der Betrachtung seiner Ansichten von Wasser und Meer denkt Obermeier: „Das ist wahre Kunst.“

Wenn Obermeier jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann würde er US-Präsident Donald Trump ein Bild malen. Trump hinge da als Galionsfigur an einem untergehenden Schiff, die Haartolle nach hinten geweht und der Titel lautete: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten.“

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