Stiftung zeichnet „Friedensarbeiter“ aus Syrien, Somalia und Nordirland aus

„Der Preis macht Mut“

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Die Friedenspreisträger vor der Weihnachtsmarkt-Kulisse: Mary Montague und Farah Abdullahi Abdi sowie in der zweiten Reihe Ferdinand Dürr (v.l.), Sophie Bischoff, Alan Hassaf von der Initiative „Adopt a Revolution“.

Bremen - „Die Not der Flüchtlinge, der Krieg in Syrien und internationale Krisen – selten waren die Themen unserer Preisträger so nah an der aktuellen Nachrichtenlage wie in diesem Jahr“, sagt Petra Titze. Sie ist Geschäftsführerin der Stiftung „Die Schwelle“, die heute im Rathaus den Bremer Friedenspreis 2015 verleiht. Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne) sagt: „Der Preis macht Mut.“

„Der Preis zeigt großartige und mutige Menschen, die sich für Kriegswaisen, für die schwierige Versöhnung zwischen Religionen oder für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen“, so Linnert, die Schirmherrin der Preisverleihung ist. Gewinner des mittlerweile siebten Internationalen Bremer Friedenspreises sind ein 20-jähriger geflüchteter Blogger aus Somalia, eine Initiative für Friedensarbeit in Syrien und eine international krisenerprobte Mediatorin aus Nordirland. Der mit insgesamt 15000 Euro dotierte Preis ist in drei gleichrangige Kategorien unterteilt. „Die Preisträger sind Vorbilder für uns“, ergänzt Linnert.

Als „Unbekannter Friedensarbeiter“ wird in diesem Jahr der somalische Blogger Farah Abdullahi Abdi geehrt. „Der heute 20-Jährige flüchtete vor vier Jahren aus seiner Heimat, weil ihm dort aufgrund seiner Homosexualität strafrechtliche Verfolgung drohte“, heißt es. Auf der Flucht durch mehrere Länder geriet er in Gefangenschaft, wurde körperlich misshandelt und schuftete monatelang ohne Lohn auf Baustellen – bis es ihm gelang, von Libyen aus über das Mittelmeer nach Malta zu fliehen. „Alles ist möglich, wenn man an seine Träume glaubt“, ermutigte der Blogger in Bremen zum Einsatz für den Frieden.

Der Friedenspreis in der Kategorie „Beispielhafte Initiative“ geht an die Leipziger Organisation „Adopt a Revolution“, die zwischen IS-Terror und Bombenangriffen des Assad-Regimes beharrlich an einer demokratischen und friedlichen Zukunft ihres Landes arbeiten (siehe nebenstehender Text).

Einen Preis für öffentliches Wirken bekommt die Mediatorin Mary Montague. Die 63-jährige Aktivistin hatte über Jahrzehnte im Nordirland-Konflikt vermittelt und zur Versöhnung verfeindeter Gemeinden beigetragen. Nicht nur dort, sondern auch in Pakistan, Afghanistan, im Sudan und im Kosovo vermittelte die Mediatorin in Zusammenarbeit mit Entwicklungsorganisationen, um zwischen Konfliktparteien Vertrauen aufzubauen. Das sei für sie keine Arbeit, sondern ihr Leben, betonte Montague. „Um die Welt zu verändern, muss ich bei mir beginnen und Beziehungen aufbauen, die auf gegenseitigem Respekt basieren“, sagte die Mediatorin.

Mit dem Bremer Friedenspreis werden alle zwei Jahre Persönlichkeiten und Initiativen geehrt, die sich beispielhaft für Gerechtigkeit, Frieden und die Umwelt einsetzen. Diesmal gab es 71 Nominierungen aus vier Kontinenten. Die Friedensstiftung „Die Schwelle“ wurde im Jahr 1979 durch den Bremer Unternehmer Dirk Heinrichs und seine Ehefrau Ruth-Christa gegründet.

epd/je

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