„Power-Wochenende“ an Bremer Verkehrsknoten

Am „Stern“ geht es richtig rund: BSAG erneuert marodes Schienennetz

Alte Schienen raus, neue rein: Mehrere Fachfirmen arbeiteten am Wochenende am Verkehrsknotenpunkt „Stern“ und erneuerten das alte Gleisnetz, das bereits seit Anfang der 1990er Jahre im Boden lag. - Foto: Koller

Bremen - Von Steffen Koller. Jetzt geht’s an Eingemachte: Bei einem sogenannten „Power-Wochenende“ hat die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) am „Stern“ die Gleise ausgetauscht – rund um die Uhr. Von Freitag, 21 Uhr, bis Montag, 4 Uhr, arbeiten gleich mehrere Firmen parallel am Kreisverkehr und Verkehrsknotenpunkt in Schwachhausen.

Etwa 300 Meter der alten Schienen wurden dazu aus der Erde gerissen, tonnenweise häufte sich Stahl an der Baustelle. Wie Marc Strauß, örtlicher Bauüberwacher der BSAG, auf Nachfrage mitteilte, seien die Arbeiten „absolut im Zeitplan“. 133 Meter Schienen, die stadteinwärts führen, wurden im Laufe des Wochenendes zunächst aus der Erde geholt. Weitere 163 Meter Gleise, auf denen die Straßenbahnen stadtauswärts unterwegs sind, rissen Fachfirmen ebenfalls aus dem Boden.

Nach und nach stapelten sich so etwa 27 Tonnen Altmetall auf der Baustelle. Mit den neuen Gleisen, die in Zukunft zwischen den Gleismitten 3,20 Meter (in der Hermann-Böse-Straße) und 3,60 Meter (an der Haltestelle „Am Stern“) aufweisen sollen, kommen so wieder knapp 35 Tonnen neues Schienennetz ins Erdreich.

Durch die Verbreiterung soll es zukünftig möglich sein, dass Busse und Straßenbahnen nebeneinander fahren können. Bislang war der Raum dafür zu eng.

Allein ein Meter Schiene wiege etwa 60 Kilo – „im Neuzustand“, so Strauß. Durch Witterung sei das Gewicht der alten Gleise auf rund 45 Kilo pro Meter geschmolzen, erklärte der Bauüberwacher weiter.

Ersatzbusse übernahmen am „Power-Wochenende“

Die Arbeiten waren notwendig geworden, weil die Gleise, auf denen von montags bis freitags zwei Linien (Nummer 6 und 8) und somit insgesamt etwa 430 Straßenbahnen fahren, verschlissen waren. Bereits seit Anfang der 90er Jahre lagen die Schienen in der Straße.

Ersatzbusse übernahmen am „Power-Wochenende“ den Verkehr zwischen Domsheide, Universität und Wätjenstraße. Was für den einen eventuell kleine Umwege bedeutete, erfreute zahlreiche Schaulustige, die am Sonnabend beim Einsetzen der neuen Gleise gespannt zuschauten.

Mehr als 20 Schweißtechniker und Verkehrseinrichtungs-Spezialisten waren im Einsatz. Beton-, Unterguss- und Isolationsarbeiten sowie das Auffüllen der Gleise folgten dem Einsetzen der neuen Schienen, erklärte Strauß.

Insgesamt investiert die BSAG in den Kreisel, in den sechs Straßen münden, etwa 500.000 Euro, weitere 900.000 Euro kommen vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV). Täglich befahren etwa 25.000 motorisierte Fahrzeuge den weit über Bremens Grenzen hinaus bekannten Kreisverkehr. Hinzu kommen knapp 5500 Radfahrer.

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