Stefan Gwildis beschwingt sein Publikum im Bremer Musicaltheater

Soul und Samba-Rhythmen

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Der Hamburger Soulsänger Stefan Gwildis versprühte im Musicaltheater brasilianisches Feuer.

Bremen - Von Isabel Niesmann. Südamerikanische Sambaklänge, ein beschwingter Rhythmus und sprühende Lebensfreude: Der Hamburger Soulsänger Stefan Gwildis und der Bremer Chor „Casa Singer“ bewiesen am Mittwochabend gemeinsam, dass auch Deutsche brasilianisches Feuer im Blut haben. Bei dem leichtfüßigen „Naja Naja“ intonierten sie „Wir sind total verrückt nach Rhythmus und Musik“. Das passte. Und das Publikum klatschte, tanzte und sang ausgelassen mit.

Im Rahmen seiner „Alles- dreht-sich“-Tour war Gwildis mit eigenen frischen Melodien und Coverversionen im Musicaltheater am Richtweg zu Gast und holte die begeisterten Zuschauer schon beim zweiten Lied aus ihren Sitzen.

Im dunkelrotem Anzug und mit sechsköpfiger Band eröffnete Gwildis den Abend mit „Pollerhocken“, einem Lied über die beliebte hanseatische Entspannungstechnik – aufs Meer gucken („Schiffe gucken, Schnauze halten“). Ruhiger war dann die Liebeserklärung „Mein Meer“. Bei „Doppelhaushälftenherz“, einem Blick auf das Leben einer vernachlässigten Ehefrau aus der Perspektive eines Bofrost-Mannes, reckten sich in den ersten Reihen sogar Bofrost-Pizzakartons der Fans in die Höhe. Textsicher zeigten diese sich auch beim bekannten „Spiele das Lied in dir“.

Stefan Gwildis im Musicaltheater Bremen

Im jazzigen 6/8- Takt des titelgebenden „Alles dreht sich“ ging es darum, dass alles im Wandel ist. Für jede Stadt auf seiner Tour hat sich der Musiker einen lokalen Begleitchor gesucht, aus Bremen kamen die meisten Bewerbungen. Durchgesetzt haben sich die „Casa Singers“ der Musikschule Casa della Musica. Neben „Naja Naja“ unterstützen sie Gwildis mit ihrem kraftvollen Gesang noch bei fünf weiteren Stücken, unter anderem bei dem melancholischen „Amelie“. „Herrlich! Was für ein Chor, was für ein Strahlen“, so Gwildis anerkennend.

Der gewohnt charmante Entertainer bezog auch politisch Stellung. Das Lied „Handvoll Liebe“ war sein Rezept gegen Fremdenhass und religiösen und politischen Fanatismus. Und als Dank und Ermutigung an alle freiwilligen Helfer sang er: „Wir haben doch jeden Berg geschafft“.

So gab es Hymnen auf das Leben, Tiefgründiges und Humorvolles, Lieder zum Zurücklehnen und Nachdenken und zum Mittanzen und -klatschen. Mit Wortwitz, spritzigem Sound und intelligenten Texten zeigte sich Gwildis facettenreich und steckte mit seiner guten Laune an. Die charakteristische rauchige Stimme kam mit großer Band ebenso gut zur Geltung wie in Akustik-Versionen zu zweit.

Klar, dass das Publikum auch nach der ersten Zugabe noch nicht genug hatte. „Das gibt’s ja gar nicht. Ihr habt doch was genommen. Danke für das geile Mitgegroove“, freute sich Gwildis und verabschiedete sich erst nach drei Stunden mit „Du bist so wundervoll“ vom Bremer Publikum.

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