Auftaktveranstaltung zur Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg

Die Steckdose muss umdenken

Peter Ramsauer bei der Verkehrsministerkonferenz im April mit dem E 3 der EWE. Gestern startet der Nordwesten offiziell als Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg.

Bremen - Von Ralf Sussek · Gestern fiel der offizielle Startschuss für die Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg. Mit der Auftaktveranstaltung ist der Nordwesten eine von acht bundesweiten Modellregionen, in denen die Elektrobmobilität vorangetrieben werden soll. Das Ziel der Bundesregierung: Bis 2020 sollen in Deutschland eine Million Elektroautos fahren.

Bis es soweit ist, tun sich einige technische Schwierigkeiten auf. Nicht nur bei den Autos selbst. Laut Dr. Jörg Hermsmeier, Entwicklungsleiter des Stromversorgers EWE, richtet sich die Stromproduktion nach dem Bedarf; die Kraftwerke produzieren, was an Energie gebraucht wird. Die erneuerbaren Energien (Wind, Sonne) hingegen müssen eingespeist werden, wenn sie anfallen. Noch können Kraftwerke das ausgleichen, aber je größer der Anteil der regenerativen Energien wird, desto dringender braucht es Energiespeicher. Und eine Kommunikation im Energiemanagement, die intelligente Steckdose sozusagen, die dafür sorgt, dass Bedarfsspitzen gekappt werden und Strom beim nächtlichen Auftanken des Elektromobils erst dann abgenommen wird, wenn andere Verbraucher keinen benötigen, so Hermsmeier, der standesgemäß mit dem EWE-Versuchsträger E 3 nach Bremen angereist war.

Von Reisen mit Elektroautos sind wir noch weit entfernt. Selten schafft ein Elektrofahrzeug die angekündigten 150 Kilometer Reichweite wirklich, aber mit der neuen Generation von Lithium-Ionen-Akkus sollte das gelingen. Was es noch braucht? Prof. Dr. Jürgen Leohold, Leiter Konzernforschung bei Volkswagen, benannte die zwei Aspekte Infrastruktur (öffentliche Ladestationen) und Bezahlbarkeit. Solange die Akkus der Fahrzeuge soviel kosten wie der Rest des Fahrzeugs, dürfte der gute Vorsatz umzusteigen im Keim (bzw. im CO2) erstickt werden.

Als Beispiel können der „Think“, ein Zweisitzer aus Norwegen, und der „Tesla“, ein Elektrosportwagen mit 285 PS, fungieren, immerhin beide schon seit Jahren zu kaufen. Der „Think“ kostet 37 000 Euro, der „Tesla“ sportwagengerechte 120 000. Sie konnten im Foyer des World Trade Centers ebenso begutachtet werden wie ein Ligier, der ohne Fenster, aber mit Dach an einen „Buggy“ erinnert.

Mit Blick auf die Marktführerschaft der Japaner bei Hybrid-Fahrzeugen befand Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD): „Wir müssen wieder versuchen, Anschluss zu finden.“ Der Anfang ist gemacht. Bis zum Spätsommer sollen rund 100 Elektro-Pkw und Klein-Lkw in der Region im Alltag getestet werden.

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