Statistiker legen Jahrbuch vor: Mehr Einwohner, mehr Schlachtvieh, mehr Autos

32000 Euro Miese pro Kopf

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275 bremische Industriebetriebe beschäftigten Ende 2014 rund 51000 Mitarbeiter. Rund ein Viertel davon verdienen ihr Geld im Sebaldsbrücker Mercedes-Werk.

Bremen - Von Jörg Esser. Bremen wächst. Ende 2014 lebten 661888 Menschen im kleinsten Bundesland. Und das waren 4497 mehr als im Vorjahr. 551767 Bremern stehen 110121 Bremerhavenern gegenüber. Im Land Bremen wächst auch der Schuldenberg – auf fast 20,6 Milliarden Euro Ende 2014. Das macht pro Kopf an die 32000 Euro Miese. Das alles lässt sich im Statistischen Jahrbuch 2015 nachlesen. Das Statistische Landesamt hat das 336-seitige Werk mit 22 Kapiteln jetzt veröffentlicht.

Der natürliche Bevölkerungssaldo blieb dem Statistischen Jahrbuch zufolge auch 2014 negativ. 6211 Geburten standen 7437 Todesfälle gegenüber. Damit sei die Differenz auf das niedrigsten Niveau seit Beginn der 70er Jahre gefallen, sagen die Statistiker. Bremen gewinnt Neubürger vor allem durch „Zuzüge aus dem Ausland“. Soll heißen: Der Zustrom von Flüchtlingen macht sich in der Statistik bemerkbar. Für 2015 ist demzufolge mit einem weitaus höheren „Wanderungsgewinn“ zu rechnen.

Zurück ins „unverzichtbare Nachschlagewerk“: Das enthält wunderbar viele Zahlen in mehr als 200 Tabellen und aufbereitet in 77farbigen Grafiken.

Und darin stecken auch jede Menge Infos. Über die Steuereinnahmen zum Beispiel. So flossen 2014 knapp 2,5Milliarden Euro an Lohn- und Einkommensteuer in die Landeskasse. Bremen nahm 390Millionen und Bremerhaven 49 Millionen Euro an Gewerbesteuern ein. Die Grundsteuereinnahmen lagen bei insgesamt rund 161 Millionen Euro. Ebenfalls im Säckel der Finanzsenatorin landeten 1,478 Millionen Euro Hundesteuer, 17,14 Millionen Euro Biersteuer, 33,77 Millionen Euro Erbschaftssteuer und 87,3 Millionen Euro Grunderwerbssteuer.

Weiter geht’s im Parforceritt durch die Statistik. Auf den bremischen Schlachthöfen sind den Angaben zufolge „deutlich mehr Rinder und Schweine geschlachtet worden als in den Jahren zuvor“ – exakt 78358 Rinder und 793731 Schweine. Das Schlachtgewicht betrug knapp 100000 Tonnen.

Der Auktionsumsatz am Bremerhavener Seefischmarkt hat sich leicht erholt und ist gegenüber dem Vorjahr von 4,73 auf 4,97 Millionen Euro gestiegen. Zum Vergleich: 2009 lag er noch bei 7,43 Millionen Euro.

Die 275 bremischen Industriebetriebe (mit mehr als 20 Beschäftigten) machten 2014 einen Umsatz von rund 23,5 Milliarden. Die Mitarbeiterzahl lag bei rund 51000. Ein Viertel davon arbeitet im Mercedes-Werk in Sebaldsbrück.

Fast 1200 Wohnungen wurden in Bremen und Bremerhaven fertiggestellt, 200 mehr als ein Jahr zuvor. Knapp ein Drittel davon sind Einfamilienhäuser. Baugenehmigungen wurden für 1687 Wohnungen erteilt (2013: 1553).

Der Flughafen im Neuenlander Feld verbuchte bei 45987 Starts und Landungen mit 2,77 Millionen Passagieren eine neue Bestmarke. Der Jahresumsatz lag bei 42,4 Millionen Euro, die Mitarbeiterzahl bei 455.

280107 Personenwagen waren Ende 2014 im Land Bremen zugelassen, 3837 mehr als ein Jahr zuvor. Knapp 5000 fahren mit Flüssiggas oder Erdgas, 258 mit Elektroantrieb. Auf den Bremer Straßen starben bei 21576 Unfällen zwölf Menschen. 2013 wurden acht Tote bei 21666 Unfällen gezählt.

Eine gedruckte Ausgabe des Statistischen Jahrbuchs 2015 ist ab sofort zum Preis von 19 Euro (plus Versandkosten) beim Statistischen Landesamt Bremen, An der Weide 14-16, 28195 Bremen, erhältlich (Telefon: 0421/3616070).

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