„Startup-Weekend Space“ lockt 80 Teilnehmer aus 13 Ländern nach Bremen / Ideen für die Raumfahrt

Die Zukunft fest im Blick

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Viele Augen sehen mehr: Eine Gruppe, die sich drei Tage lang mit Satellitensoftware beschäftigt hat, geht das Konzept am Laptop nochmal durch.

Bremen - Von Steffen Koller. Was in den USA seit vielen Jahren an der Tagesordnung ist, steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen: Startup-Unternehmen. Damit sich das in Zukunft ändert, haben verschiedene Organisatoren das „Startup-Weekend Space“ ins Leben gerufen, Europas erste Veranstaltung, die gezielt kreative Köpfe der Raumfahrtbranche anspricht und am Wochenende 80 Teilnehmer aus 13 Ländern nach Bremen lockte.

„Es macht Spaß, Unmögliches zu tun“, steht auf einer Tafel im Bremer Innovations- und Technologiezentrum (Bitz). Das dachte sich wohl auch Elon Musk, der in der Gründerszene seit Jahren als Held gefeiert wird. Mit gerade einmal 24 Jahren, 1 800 Dollar Startkapital, einem Auto und einem Computer gründete er 1995 die Firma „Zip2“. Fünf Jahre später wurde sein Unternehmen aufgekauft – für unglaubliche 290 Millionen Euro. Musk selber strich dabei knapp 20 Millionen Euro ein, mittlerweile wird das Vermögen des 43-Jährigen auf mehr als elf Milliarden Euro geschätzt. So sehr Elon Musk auch für seinen Mut und seine Ideen bewundert wird, um Geld alleine geht es den 80 Teilnehmern nicht, wie Mitorganisator Sebastian Marcu erklärt. „Die Idee ist vielmehr, die Kultur der Startups zu etablieren. Jungen Leuten wird die Chance gegeben, sich auszutauschen, Netzwerke zu bilden und neue Denkanstöße zu bekommen.“ Und da der Markt für Raumfahrttechnologie sehr teuer sei, so Marcu, gehe es natürlich auch darum, Sponsoren für bestimmte Projekte zu finden.

An diesem großen Ziel hält auch eine siebenköpfige Gruppe fest, die sich von Freitag bis Sonntag bei Unmengen an Kaffee, Schokoladenriegeln und mit Folgen akuten Schlafmangels im Untergeschoss des Bitz aufhält. Die jungen Belgier, Polen, Briten und Schweden feilen an einem Programm, welches ermöglichen soll, Satelliten in Zukunft besser herstellen zu können. Dazu werten sie riesige Datenmengen aus. Im Halbkreis haben die jungen Wissenschaftler Notizen auf Tafeln geschrieben, das Klicken der Laptop-Tastatur ist an diesem Wochenende ein ständiger Begleiter.

Ob sie mit ihrer Idee die Jury überzeugen konnten? Das klärt sich erst am Abend. Insgesamt elf Teams hatten jeweils fünf Minuten Zeit für die Präsentation und für eventuelle Fragen anderer Teammitglieder. Die Ideen reichen dabei von speziellen Softwareprogrammen, der Entwicklung von Raketen und Internetseiten, für die die Ingenieure, Designer und Juristen schlaflose Nächte gern in Kauf nehmen.

Können sie mit ihrer Idee Eindruck schinden, winkt den besten drei Gruppen jeweils ein Preis. Das Siegerteam wird über ein Jahr lang von Raumfahrtexperten bei der Verbesserung seines Konzeptes begleitet. Am Ende könnte die Idee auch diese jungen Leute zu millionenschweren Unternehmern machen – Elon Musk lässt grüßen. Organisator Sebastian Marcu jedenfalls ist überzeugt: „Es wird eine Zukunft für diese Projekte geben.“

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