„Standbilder und ihre Geschichte“: Die „Terra“ im Park des Focke-Museums

Mit Füllhorn und Blütenkrone

+
Die „Terra“, eine Marmorstatue des italienischen Bildhauers Giovanni Antonio Cybei (1706 bis 1784), im Park des Focke-Museums.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Eine Göttin steht da im Schatten von Haus Riensberg auf dem Areal des Focke-Museums in Schwachhausen. „Terra“ ist es, die römische Göttin der Erde – in diesem Fall in Gestalt einer Marmorstatue des italienischen Bildhauers Giovanni Antonio Cybei (1706 bis 1784), der aus Carrara stammte, das für seine weißen Marmorvorkommen bekannt ist.

Cybeis Bremer „Terra“ ist eine Arbeit aus dem Jahr 1766, und sie steht für den Bildungshunger und das Repräsentationsbedürfnis des aufstrebenden Bürgertums.

Die „Terra“ – Erde – gehört zu einem Zyklus. „Die Gartenfigur der ‚Erde‘ aus einer Serie der ‚Vier Elemente‘ stand ursprünglich im Park des Landguts Heineken in Oberneuland. Dort befinden sich heute noch die Figuren ‚Feuer‘, ‚Luft‘ und ‚Wasser‘“, sagt Dr. Karin Walter, die im Focke-Museum unter anderem für den Bereich Kunst zuständig ist.

In der Folge einer Erbteilung kam die „Terra“ anno 1810 zum Gut Riensberg. Cybeis „Vier-Elemente“-Zyklus gibt es übrigens noch einmal. Walter: „Vor der seeseitigen Fassade des Schlosses Rheinsberg bei Berlin.“

Über die „Terra“ des Rokoko-Künstlers Cybei heißt es: „Die altrömische Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin, auch ‚Tellus‘ genannt, ist die lebensgroße, vollrunde Skulptur einer Frau.“ Und: „Sie trägt eine Blütenkrone im Haar, als Symbol der guten Mächte. Das Füllhorn mit Früchten in ihrer Linken steht für Fruchtbarkeit. Rechts hält sie einen Turm. Mit dem linken Fuß tritt sie auf die Tatze eines liegenden Löwen.“ Apropos Füllhorn. In der Nachbarschaft der „Terra“ findet sich eine ganze Reihe weiterer Skulpturen verschiedener Epochen – so unter anderem das in dieser Serie schon behandelte Bronze- und Messing-„Füllhorn“ des Bremer Bildhauers Paul Halbhuber (1909 bis 1995), das 1983 vor dem Museum aufgestellt wurde.

Direkt im Park steht seit 1991 der griechische Gott des Feuers – der „Große Hephaistos II“, eine Bronzearbeit des Worpsweder Bildhauers Waldemar Otto (und, wie in dieser Reihe ebenfalls bereits erwähnt, eines seiner zentralen Werke). Zudem finden sich beispielsweise ein Sandstein-Löwe aus der Zeit um 1650, die Jagdgöttin „Diana“ (um 1730, Sandstein) sowie ein „Apoll“ von Christian Romain (1736, Sandstein) in Sichtweite der „Terra“. Romain arbeitete in den 20er und 30er Jahren des 18. Jahrhunderts in Bremen. Von ihm stammt auch die „Pallas Athene“, die vor dem Haupteingang des Focke-Museums steht.

Doch zurück zu Cybeis „Terra“. Museumssprecherin Anne-Katrin Axt: „Im Jahr 2003 musste die Marmorstatue, das markanteste Bildwerk im Riensberger Park, von ihrem Postament genommen werden. Durch ihren Standort unter den Bäumen war die monumentale Figur fleckig schwarz und unansehnlich geworden, darüber hinaus hatten sich Risse gebildet, die Wasser eindringen ließen und irreparable Frostschäden zur Folge gehabt hätten. Aus Mitteln der Stiftung Wohnliche Stadt konnte die Figur zur Neueröffnung des Hauses Riensberg im Jahr 2005 versetzt und restauriert werden.“

Was 2017 neu an den Blumenmustern in der Mode ist

Was 2017 neu an den Blumenmustern in der Mode ist

60 Jahre Fiat 500: Als das Dolce Vita über die Alpen kam

60 Jahre Fiat 500: Als das Dolce Vita über die Alpen kam

Das bietet die neue "Mein Schiff 6"

Das bietet die neue "Mein Schiff 6"

Expedition in der kanadischen Arktis

Expedition in der kanadischen Arktis

Meistgelesene Artikel

Wasser, Wohnen, Wohlfühlen – Weserhäuser in der Überseestadt

Wasser, Wohnen, Wohlfühlen – Weserhäuser in der Überseestadt

Maritimes Großereignis mit viel Landgang

Maritimes Großereignis mit viel Landgang

Wachsende Überstundenzahl bei der Polizei: Mäurer verweist auf Zukunft

Wachsende Überstundenzahl bei der Polizei: Mäurer verweist auf Zukunft

Unfall auf A1: Frau verliert Kontrolle

Unfall auf A1: Frau verliert Kontrolle

Kommentare