„Standbilder und ihre Geschichte“: Der „Mann mit Maske“ am Goetheplatz

Bronzene Rollenspiele

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Hinter der lachenden Maske – ein trauriges Gesicht.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Er steht hier genau am richtigen Ort. Auf der einen Seite das Theater am Goetheplatz, auf der anderen das Gerhard-Marcks-Haus, ein Bildhauermuseum. Und mittendrin – eben – einer, der beide Disziplinen verbindet. Der „Mann mit Maske“, eine Skulptur des italienischen Künstlers Giuliano Vangi.

Vangi, Jahrgang 1931, ist in Florenz aufgewachsen und hat dort auch studiert. Er lebt in Pesaro. Sein Atelier liegt in Fano, das eine Städtepartnerschaft mit Rastatt in Baden-Württemberg hat. Vor dem Stadtmuseum von Rastatt steht Vangis Skulpturenduo „Die Begegnung“.

Als Bildhauer widmet der Künstler sich der figürlichen Darstellung. Bevorzugte Materialien: Metall, Marmor, Holz – bisweilen auch kombiniert. Figürlich wie die Rastatter „Begegnung“ ist auch Vangis Bremer „Mann mit Maske“.

Die männliche Bronzefigur auf dem Goetheplatz versteckt ein trauriges Gesicht hinter einer lachenden Maske. 1974 hatte Vangi sich damit beschäftigt. 1987 erwarb Bremen die Arbeit im Rahmen des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“. Mit Unterstützung durch die Stiftung Wohnliche Stadt wurde die lebensgroße Figur dann vor dem Theater aufgestellt.

Vangi hat mit dieser Arbeit den Rollenspielen des Menschen eine Gestalt gegeben. Der Maskenmann ist nackt. Und offenbar ist er noch nicht an seinem Ziel angekommen. Mit einem Fuß jedenfalls scheint er den Sockel, auf dem er steht, verlassen zu wollen.

Schon vor 1987 übrigens war Vangis „Mann mit Maske“ einmal in Bremen zu sehen gewesen. Im Rahmen des Projekts „Beispiele realistischer Plastik in Europa“ (ja, so klangen die Titel damals bisweilen) gestalteten 19 Künstler – unter ihnen beispielsweise Bernd Altenstein und Waldemar Otto, Waldemar Grzimek und Alfred Hrdlicka – im September und Oktober 1979 eine gemeinsame Ausstellung. Sie präsentierten ihre Arbeiten in den Wallanlagen (vor der Kunsthalle) und im Gerhard-Marcks-Haus. Vangi war nicht allein mit seinem Maskenmann dabei, sondern auch mit den Arbeiten „Sitzender Mann mit zitternden Händen“ (Bronze, 1965/66) und „Mann, Treppe herabsteigend“ (Nickel, versilbert, 1978).

Als der „Mann mit der Maske“ 1987 auf den Goetheplatz kam, wurde er zunächst in Sichtweite des Goethetheaters aufgestellt. 1995 verlieh Bremen ihn nach Florenz, wo eine große Retrospektive des international bekannten Künstlers Vangi zu sehen war.

Im Jahr 2000 rückte der neu polierte „Mann mit der Maske“ auf dem Goetheplatz dann ein paar Meter weiter – vor den Durchgang zum Kleinen Haus, das damals noch Schauspielhaus hieß. 2013 kehrte die Skulptur dann an ihren ursprünglichen Standort zurück.

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