Stahlgipfel im Bremer Rathaus: Akteure betonen Zusammenhalt

„Ein starkes Signal“

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Stahlkocher des Arcelor-Mittal-Werkes in Bremen haben gestern auf dem Marktplatz vor billigem Stahl aus China gewarnt.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Am Montag Stahlgipfel in Hannover, gestern im Bremer Rathaus. Eineinhalb Stunden haben Bürgermeister, Wirtschaftssenator, Vertreter der IG Metall, Vorstand und Betriebsrat von Arcelor-Mittal zusammengesessen. Heraus kam „ein starkes Signal“, wie es am Abend vor Journalisten Meinhard Geiken, Bezirksleiter IG Metall Küste, formulierte.

Hintergrund ist billiger Stahl aus China, der die Märkte überschwemmt. Der Mutterkonzern von Arcelor-Mittal hat im vergangenen Jahr (nach Hochphasen davor) Rekordverluste eingefahren. In Bremen bangen die 3 500 Stahlkocher und weitere 1 000 Mitarbeiter auf dem Gelände um ihre Jobs (wir berichteten). Vor wenigen Tagen hatte der Betriebsrat Alarm geschlagen.

„Wenn alle zusammenstehen, gebe ich uns gute Chancen“, sagte Geiken. Und dieses „starke Signal“ sandten die Akteure am Abend aus, wie auch Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) betonte. „Wir haben Unsicherheit bekämpft“, meinte er.

Arcelor-Mittal-Betriebsratschef Klaus Hering sagte zufrieden: „Wir haben deutlich gemacht wird, dass gemeinsam an Lösungen gearbeitet wird, es Zuversicht gibt. Und dass auf politischer Ebene ein Zeichen gesetzt wird. Da hat sich für mich heute mehr erfüllt, als ich erwartet habe.“ Hering zeigte sich froh über eine „Allianz außerhalb der Hütte“.

Nach mehreren Stahlgipfeln in verschiedenen Bundesländern würden sich die Wirtschaftsminister nun noch im Februar bei einer Konferenz in Berlin positionieren, sagte Sieling. Die Stahlproduktion in Deutschland müsse wettbewerbsfähig aufgestellt sein. Durch Dumpinglöhne und Subventionen schaffe China unfaire Bedingungen. Die Bundesregierung und auch Europa müssten das Thema besprechen, Schutzzölle und eine Ausgleichsregelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz diskutieren, betonte Sieling. Arcelor-Mittal sei einer der größten Arbeitgeber in Bremen und für den Industriestandort von großer Bedeutung. Auch der Bremer Vorstandschef von Arcelor-Mittal, Dr. Dietmar Ringel, forderte von der EU faire Wettbewerbsbedingungen, um Schaden von der heimischen Wirtschaft abzuwenden. Dr. Ute Buggeln, Geschäftsführerin der IG Metall Bremen, sagte, es sei absurd, wenn die Bremer Hütte als eine der saubersten weltweit von Schließung bedroht sei, um den Stahl dann in Ländern wie China produzieren zu lassen, die 40 Prozent mehr CO2 in die Luft bliesen.

Bremen ist seit Generationen eng mit der Stahlproduktion verbunden. Hier produziert Arcelor-Mittal rund 3,5 Millionen Tonnen Flachstahl pro Jahr, etwa acht Prozent der deutschen Stahlproduktion. Arcelor-Mittal Bremen ist Teil des weltgrößten Stahlkonzerns mit rund 220 000 Beschäftigten und einer Produktionskapazität von 115 Millionen Tonnen.

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